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Justiz
Prümer Taliban harrt weiter im Kirchenasyl aus

Bitburg/Berlin. Wie ein junger Afghane sich seit Jahren gegen seine Abschiebung aus Deutschland zur Wehr setzt. Von Rolf Seydewitz

(sey) Der als Prümer Taliban bekannt gewordene afghanische Asylbewerber Khan A.hält sich ungeachtet seines abgelehnten Asylfolgeantrags immer noch in Deutschland auf. Der 23-Jährige sei weiter in Berlin im Kirchenasyl, sagte ein Sprecher der Bitburg-Prümer Kreisverwaltung auf Anfrage unserer Zeitung. Deswegen habe man ihn auch noch nicht abschieben können. Der sich über Jahre hinziehende Fall (wir berichteten) hat wiederholt die Landespolitik beschäftigt. „Das sind genau die Fälle, über die sich die Leute zu Recht ärgern“, kritisierte etwa CDU-Innenexperte Matthias Lammert.

Unter anderem mit Verweis auf die schier unendliche Geschichte des Prümer Talibans äußerte der Präsident des Trierer Verwaltungsgerichts, Georg Schmidt, massive Kritik am Asylrecht. Wer mit seinem Asylantrag keinen Erfolg habe, könne laut Schmidt „so viele Folgeanträge schreiben und Eilverfahren anstrengen, wie er will“. Man brauche dafür nur eine neue Begründung.