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Innenministerin zieht Bilanz
Prostituiertenschutzgesetz verfehlt laut Spiegel das Ziel

Mainz. (dpa) Eigentlich sollte ein neues Gesetz für bessere Arbeitsbedingungen für Prostituierte sorgen. Die Realität sieht nach Ansicht der rheinland-pfälzischen Frauenministerin Anne Spiegel (Grüne) anders aus.

Das Prostituiertenschutzgesetz sei zwar gut gemeint gewesen, habe aber die Lage für die Frauen teils verschlechtert, kritisierte sie am Donnerstag in Mainz. Sie werde sich deshalb beim Bund für Änderungen einsetzen: „Ich finde nicht, dass man das Gesetz abschaffen sollte, aber man sollte es ändern.“

Seit Juli 2017 ist das Gesetz bundesweit in Kraft. Es sieht unter anderem vor, dass sich Prostituierte bei einer Kommune anmelden müssen. „Das leistet schlimmstenfalls einer Stigmatisierung Vorschub“, sagte Spiegel. Einer Anmeldung würden sich viele Frauen entziehen, indem sie in die nur schwer kontrollierbare Wohnungsprostitution wechselten. Das Problem: In diesem Bereich könnten von den Behörden nicht ohne weiteres die Arbeitsbedingungen überwacht werden.

(dpa)