| 22:10 Uhr

Effizienter arbeiten mit neuer Technik
Polizei in Rheinland-Pfalz erhält Smartphones

Ein Polizist hält ein Smartphone in der Hand: Tausende dieser Geräte werden in den kommenden Jahren in Rheinland-Pfalz verteilt.
Ein Polizist hält ein Smartphone in der Hand: Tausende dieser Geräte werden in den kommenden Jahren in Rheinland-Pfalz verteilt. FOTO: dpa / Christian Schultz
Ingelheim. Für viele ist der häufige Griff zum Smartphone längst Alltag. Für Polizisten im Dienst galt das bislang noch nicht. Hohe Sicherheitsanforderungen verhinderten das Arbeiten mit Apps und Mobilgeräten. Das ändert sich nun und soll Abläufe verschlanken.

Smartphone und Notebook statt Stift und Block: Neue Mobiltelefone, Notebooks und eigens entwickelte Apps sollen die Arbeit der rheinland-pfälzischen Polizei effektiver machen. Tausende Geräte werden in den nächsten Jahren im Land verteilt, bald soll jeder im Streifendienst tätige Beamte ein Smartphone haben. In Ingelheim übergab der Mainzer Innenminister Roger Lewentz (SPD) gestern die ersten dieser Mobiltelefone an die dortige Polizeiinspektion. Die hatte mit anderen fünf Dienststellen bei einem Test mitgemacht.

Der tägliche Umgang mit Smartphones und Apps sei für viele Menschen längst Alltag, für die Polizei aber aufgrund der besonderen Sicherheits- und Datenschutzanforderungen eine Herausforderung, sagte Lewentz. Die Systeme müssten nunmal abhörsicher sein. Nun würden sie das Arbeiten deutlich verbessern.

Auf den Smartphones ermöglicht unter anderem ein Messenger, eine Art polizeiinterner Chatdienst, den Austausch von Nachrichten, Fotos und Videos. Er heißt „polizeilicher Multimedia-Messenger, kurz poMMes, wie Projektleiter Dietmar Fuchs vom Polizeipräsidium Einsatz, Logistik und Technik (PP ELT) erklärte. Dort entstand die Anwendung auch. laut Innenministeriums ist es bundesweit der erste von der Polizei selbst entwickelte Messenger. Das mache die Polizei unabhängiger von Anbietern, sagte Christoph Semmelrogge, Präsident des PP ELT.



Mit Hilfe dieser App kann beispielsweise eine Führungszentrale bei einer Vermisstensuche mit Streifen, Hunden und Hubschraubern binnen kürzester Zeit Fotos der Person oder auch Karten des Suchgebiets an alle Beteiligten schicken, für jeden Einsatz kann eine eigene Messenger-Gruppe mit allen beteiligten Beamten eingerichtet werden, um sich besser abzusprechen.

Eine weitere App soll Personenkontrollen beschleunigen, indem mobil auf Daten des Einwohnermeldesystems zugegriffen werden kann. Auch Unfälle sollen künftig dank der mobilen Endgeräte schneller und noch am Unfallort im System aufgenommen werden können. „Ins Blöckchen schreiben und dann übertragen, diese Zeiten sind vorbei“, sagte Minister Lewentz.

Bis Ende des ersten Quartals kommenden Jahres werden voraussichtlich rund 1000 Smartphones im Einsatz sein, bis 2021 sollen es dann landesweit rund 4800 Smartphones und 500 Notebooks sein. Die Kosten dafür belaufen sich bis 2021 auf 7,5 Millionen Euro.

(dpa)