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Oberkirchenratsstelle erneut nur im Amtsblatt ausgeschrieben

Speyer. Nach der gescheiterten Wahl eines geistlichen Oberkirchenrats wird die pfälzische Landeskirche die Stelle erneut nur in ihrem Amtsblatt ausschreiben. Allerdings erhalte die Ausschreibung den Zusatz, dass "alle ordinierten Pfarrerinnen und Pfarrer im Dienst einer Gliedkirche der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)" zur Bewerbung berechtigt seien, teilte die Landeskirche jetzt auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) in Speyer mit.Nachdem in der Herbstsynode auch im dritten Wahlgang keiner der beiden Bewerber für die Nachfolge von Oberkirchenrat Gottfried Müller eine Mehrheit erhielt, waren in der Synode Stimmen laut geworden, die Stelle bundesweit auszuschreiben.Der Direktor der Evangelischen Akademie der Pfalz, Christoph Picker, und der emeritierte Landauer Politikprofessor Ulrich Sarcinelli hatten beantragt, die Stelle EKD-weit auszuschreiben. epd

Dieser Antrag sei durch den oben genannten Zusatz berücksichtigt worden, teilte die Landeskirche weiter mit. Außerdem gehe das Amtsblatt an alle Gliedkirchen und an die EKD. Die Kirchenregierung habe andererseits auch dem Votum des synodalen Rechtsausschusses Rechnung getragen, "der der Synode ausdrücklich empfahl, die Kirchenregierung nicht zu bitten, eine EKD-weite Ausschreibung zu veranlassen, sondern eine solche Verfahrensweise lediglich in ihre Überlegungen einzubeziehen".

Die Kirchenregierung habe sich darüber hinaus darauf verständigt, das Thema Ausschreibung und Wahlverfahren für Oberkirchenräte grundsätzlich zu diskutieren und der Synode Vorschläge für künftige Verfahren zu machen, heißt es in der Mitteilung. In Betracht gezogen werden sollen dabei sowohl Modalitäten anderer Landeskirchen als auch Verfahren in der eigenen Landeskirche wie die Wahl des Kirchenpräsidenten. Auf das Amt des Kirchenpräsidenten kann man sich nicht bewerben. Der Nominierungsausschuss nimmt aus der Synode Vorschläge entgegen und kann Bewerber ansprechen.

Für Ulrich Sarcinelli ist es höchste Zeit, ein neues Wahlverfahren zu finden. Oberkirchenräte seien mit Ministern vergleichbar, sagte Sarcinelli auf Anfrage. Da reiche es nicht, bundesweit Bewerber zuzulassen. Geeignete Kandidaten außerhalb der Pfalz müssten sich zur Bewerbung aufgefordert fühlen. Bei der Wahl im Herbst hätte er sich für so ein herausragendes Amt eine andere Bewerbungslage gewünscht. Da sich in allen Wahlgängen deutlich über zehn Synodale enthielten, erreichten weder der Neustadter Dekan Armin Jung noch der Speyerer Pfarrer Martin Schuck die nötige Mehrheit.