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Nürburgring: Käufer wartet gelassen auf EU-Entscheidung

Nürburg. Seit Monaten wird auf die EU-Entscheidung zum Nürburgring gewartet. Brüssel prüft möglicherweise unrechtmäßige Beihilfen für die Rennstrecke und den Verkauf an Capricorn. Dessen Chef Robertino Wild gibt sich entspannt. Agentur

Der neue Nürburgring-Besitzer und Capricorn-Chef Robertino Wild rechnet mit einem positiven Ausgang der EU-Prüfung zum Verkauf der Rennstrecke. Er sei fest davon überzeugt, dass der Prozess konform mit EU-Recht gelaufen sei, teilte Wild mit. "Die Entscheidung der EU-Kommission warte ich daher jetzt in Ruhe und Gelassenheit ab." Capricorn hatte die insolvente Rennstrecke im Frühjahr dieses Jahres für 77 Millionen Euro erworben. Gegen den Verkauf hatten unterlegene Bieter in Brüssel Beschwerde eingelegt. Daher prüft die EU-Kommission derzeit nicht nur mögliche unrechtmäßige Staatsbeihilfen für den Ring, sondern auch die Rechtmäßigkeit des Verkaufsprozesses. Sollte herauskommen, dass dieser nicht EU-konform war, könnte Capricorn von dem Kaufvertrag zurücktreten.

Zum vor kurzem vom Rechnungshof Rheinland-Pfalz vorgelegten Nürburgring-Prüfbericht sagte Wild, dieser betreffe die Vergangenheit. "Wir wollen den Nürburgring weiterentwickeln und in eine gute und erfolgreiche Zukunft führen." Der Rechnungshof wirft der früheren SPD-Alleinregierung in dem Bericht schwere Versäumnisse vor. Es geht unter anderem um einen 330-Millionen-Euro-Kredit. Dieser hätte nach Meinung der Kontrolleure nicht vergeben werden dürfen, zudem seien Pacht und Besucherzahlen für den Ring falsch kalkuliert worden.