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Jens Ahnemüller
AfD-Abgeordneter wegen NPD-Kontakten geschasst

Der aus der Fraktion ausgeschlossene AfD-Landtagsabgeordnete Jens Ahnemüller.
Der aus der Fraktion ausgeschlossene AfD-Landtagsabgeordnete Jens Ahnemüller. FOTO: Trierischer Volksfreund
Mainz. Der bisherige rheinland-pfälzische AfD-Abgeordnete Jens Ahnemüller hatte nach Fraktionsangaben Kontakt zum früheren NPD-Landesvize Sascha Wagner.

Knapp eine Woche nach dem Rausschmiss des AfD-Landtagsabgeordneten Jens Ahnemüller hat die AfD-Fraktion den Grund dafür genannt: Kontakte zur rechtsextremen NPD. Das teilte ein Sprecher der AfD-Landtagsfraktion am gestrigen Montag in Mainz mit. „Herr Ahnemüller ist ohne Abstimmung mit dem Kreisverband und dem Landesverband bei einer Veranstaltung von Herrn Sascha Wagner in Kaiserslautern aufgetreten.“ Trotz Abmahnung sei es auch zu einem Treffen von Ahnemüller mit Wagner und zur Zusammenarbeit bei einer Demonstration in Hermeskeil gekommen. Wagner war früher NPD-Vizelandeschef in Rheinland-Pfalz. Nach Kenntnis der rheinland-pfälzischen AfD ist er heute noch NPD-Mitglied.

Die Fraktion hatte Ahnemüller am Dienstag vergangener Woche ausgeschlossen und sich von Kontakten zu Extremisten distanziert (wir berichteten). Der nun fraktionslose Abgeordnete bestätigte Kontakte zu Wagner, bestritt aber einen rechtsextremen Hintergrund. „Er hat mich kontaktiert an einem Infostand in Kaiserslautern in der Innenstadt zum Diesel-Fahrverbot“, sagte Ahnemüller der Deutschen Presse-Agentur. „Er hat gefragt, ob ich einen Sachvortrag halten würde vor interessierten Bürgern. Ich habe Sascha Wagner gefragt, wer er ist, als er sich vorgestellt hat.“ Wagner habe ihm daraufhin gesagt: „Ich war mal NPD-Mitglied.“ Der ausschlaggebende Punkt für seinen Vortrag sei gewesen, dass dort AfD-Mitglieder gewesen seien, betonte Ahnemüller.

Nach Darstellung der rheinland-pfälzischen AfD-Fraktion hielt Ahnemüller den Kontakt trotz einer Abmahnung aufrecht und intensivierte ihn. Dabei sei es zu Treffen von Wagner mit Ahnemüller im Wahlkreisbüro in Trier gekommen, das Ahnemüller mit dem Landtagsabgeordneten Michael Frisch gemeinsam hat. Frisch wusste davon laut AfD-Fraktion nichts. Ahnemüller sagte, bei ihm sei eine Tasche abgegeben worden, die Wagner gehöre und die dieser dann bei einem kurzen Besuch abgeholt habe.



Trotz einer zweiten Abmahnung weiteten sich die Kontakte laut AfD-Fraktion aus. „So unterstützte Wagner Ahnemüller beim Aufbau, der Organisation und der Durchführung der Demonstration in Hermeskeil“, teilte die Fraktion mit. Ahnemüller sagte: „Herr Wagner war in keinerlei Organisation eingebunden.“ Er habe dann erfahren, dass Wagner bei dem von ihm angemeldeten Friedensmarsch in Hermeskeil gewesen sei, aber bei Gegendemonstranten, sagte Ahnemüller. „Da war er auf einem Bild zu sehen.“ Gegen die Abmahnungen habe er Widerspruch eingelegt und warte auf die Entscheidungen des Landesschiedsgericht, sagte Ahnemüller.

Sascha Wagner spielte auch eine Rolle in einem Konflikt zwischen der Bundesspitze und der Landesspitze der AfD im Saarland vor zwei Jahren. Landeschef Josef Dörr und seinem Vize Lutz Hecker wurde vorgeworfen, unter anderem in engem Kontakt mit Wagner gestanden zu haben (wir berichteten).