| 23:00 Uhr

2400 Problemfälle
Nomaden sorgen für einigen Ärger

Hat sich ein Mietnomade in einer Wohnung erst einmal festgesetzt, ist es schwierig, ihn dort wieder herauszubekommen.
Hat sich ein Mietnomade in einer Wohnung erst einmal festgesetzt, ist es schwierig, ihn dort wieder herauszubekommen. FOTO: dpa / Ole Spata
Mainz. In über 2400 Fällen wurde 2017 in Rheinland-Pfalz ein Auftrag zur Räumung einer Wohnung erteilt. Hintergrund dafür waren unter anderem Mietnomaden. dpa

Mietrückstände und teils verwüstete Wohnungen - immer wieder haben Vermieter mit betrügerischen Mietern zu tun. In Rheinland-Pfalz gab es im vergangenen Jahr 2473 Aufträge für eine Zwangsräumung und damit etwas mehr als im Vorjahr, als es 2426 Aufträge waren. Das geht aus einer Antwort des Justizministeriums auf eine Anfrage aus der CDU-Landtagsfraktion hervor. Wie viele Räumungen tatsächlich stattfanden, zurückgenommen oder eingestellt wurden, ist nicht statistisch erfasst. Auch die Zahl der Räumungen explizit wegen Mietnomaden ist nicht bekannt, für solche Räumungen gibt es daneben noch andere Gründe.

Nach Einschätzung der Eigentümerschutz-Gemeinschaft Haus und Grund Rheinland-Pfalz trifft Mietnomadentum vor allem private Vermieter mit nur wenigen Wohnungen hart. Oft hätten die Kleinvermieter ohnehin wenige Einnahmen im Jahr, sagte Verbandsdirektor Ralf Schönfeld. Das bewege sich manchmal im vierstelligen oder niedrigen fünfstelligen Bereich. „Wenn bei so jemandem ein halbes Jahr mal die Miete ausfällt, kann es schnell ans Eingemachte gehen.“ Zumal die Betroffenen in vielen Fällen noch auf Reparaturkosten sitzenblieben.

Um Ärger zu vermeiden, riet Schönfeld, genau auf die Bewerber für eine Wohnung zu schauen. Ratsam sei eine Solvenzprüfung. Außerdem könne man den Bewerber bitten, sein aktuelles Einkommen nachzuweisen. Dabei sollte der Vermieter nicht nur auf einen Monat schauen, betonte Schönfeld. Auch ein persönliche Gespräch zum Kennenlernen sei wichtig. Dabei dürfe sich der Vermieter nicht unter Druck setzen lassen, wenn der andere auf eine schnelle Entscheidung poche. Mit diesen Maßnahmen könne das Risiko minimiert werden, auf einen Mietnomaden hereinzufallen. „Ganz vermeiden können Sie es leider nie.“



Landet doch ein betrügerischer Mieter in der Wohnung, könne der Vermieter zwar formal Schadensersatzansprüche bei einem Gericht geltend machen, sagte der Verbandsdirektor. „Aber damit haben sie noch kein Geld.“