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Hochmoselübergang soll 2019 fertig werden
Noch 230 Meter: Lücke in Brücke schließt sich

An der rund 1,7 Kilometer langen Hochmoselbrücke läuft derzeit die Verschubphase für das letzte rund 230 Meter lange Teilstück, das den Hunsrück mit der Eifel verbinden wird. Die Brücke soll 2019 fertig werden.
An der rund 1,7 Kilometer langen Hochmoselbrücke läuft derzeit die Verschubphase für das letzte rund 230 Meter lange Teilstück, das den Hunsrück mit der Eifel verbinden wird. Die Brücke soll 2019 fertig werden. FOTO: dpa / Thomas Frey
Zeltingen-Rachtig. Der Hochmoselübergang ist ein Projekt der Superlative. Weitere 32 Millionen Kilo Stahl werden übers Tal geschoben. Im kommenden Jahr soll die Brücke, die Hunsrück und Eifel verbindet, fertig werden.

Nach Jahrzehnten der Planung und nach Jahren intensiver Bauarbeiten schließt sich am Hochmoselübergang Bei Zeltingen-Rachtig seit Mittwoch die Lücke, die hoch über dem Fluss in der neuen Bundesstraße 50 klafft. Ein letztes Mal wird der riesige Brücken-Überbau vom Hunsrück Richtung Eifel geschoben. Zentimeter für Zentimeter. So langsam, dass die Bewegung kaum sichtbar ist.

In etwa drei Wochen soll der 32 Millionen Kilogramm schwere Stahlgigant die 230 fehlenden Meter gewandert sein – bis die Brücke die beiden Mittelgebirge in luftiger Höhe verbindet.

Es ist ein Projekt der Superlative – „die größte Brückenbaustelle Europas“, sagt Timo Heinz, stellvertretender Leiter der Fachgruppe Projektmanagement beim Landesbetrieb Mobilität Trier. Das Bauwerk sei in jeder Hinsicht beeindruckend. Schon alleine wegen seiner Dimensionen: Imposante 1,7 Kilometer ist die Brücke lang, 160 Meter hoch und da, wo die Mosel fließt, hat sie zwischen dem dritten und vierten Pfeiler eine Stützweite von satten 210 Metern. „Das ist sehr besonders“, sagt Heinz. Selbst der rote Hilfspylon, der auf der Brücke errichtet wurde, um das Gewicht des Stahltrumms mitzutragen, ist beachtlich: Er ist 83 Meter hoch und wird von 150 Kilometern Stahlseil stabilisiert.



Auch, dass ein derart anspruchsvolles Bauwerk an einem Hang errichtet wird, der langsam abwärts kriecht – so wie der Eifelhang dies in 20 Metern Tiefe tut – hat es noch nicht gegeben. Um dafür zu sorgen, dass die Pfeiler und die Erdmassen nicht abrutschen können, wird der Berg mit 40 Meter tiefen Dübelschächten gesichert. Aktuell werden diese mit ebenfalls 40 Meter langen Drahtseilen im Hang verankert. Eine Methode, die laut Heinz erst einmal entwickelt werden musste und die so zur Hangsicherung auch noch nie verwendet wurde. „Diese Brücke ist kein Bauwerk von der Stange. Sie ist einzigartig und sehr komplex“, sagt der Ingenieur, der das Großprojekt, zu dem auch 25 Kilometer Straße zählen, seit dreieinhalb Jahren betreut. An der Straße wird auf beiden Seiten des Tals derzeit gebaut.

Auch die Kosten haben es in sich: Sie sind seit dem Baubeginn im Jahr 2011 von 330 auf 483 Millionen Euro gestiegen. 2019 – drei Jahre später als geplant – sollen nun die ersten Autos über den Hochmoselübergang rollen.