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Landwirtschaft
Bauern laufen Sturm gegen neue Dünge-Regeln

 Ulrike Höfken (Grüne) steht mit ihrer Auffassung konträr zu der der Bauern.  Foto: Arnold/dpa
Ulrike Höfken (Grüne) steht mit ihrer Auffassung konträr zu der der Bauern. Foto: Arnold/dpa FOTO: dpa / Andreas Arnold
Mainz/Berlin/Brüssel. Von April 2020 an gelten voraussichtlich deutlich strengere Regeln für das Düngen. Grund: Das Grundwasser ist zum Teil stark belastet. Von Katharina De Mos

Brüssel macht Druck: Die EU-Kommission droht Deutschland mit täglichen Strafzahlungen in Höhe von 857 000 Euro, wenn schärfere Düngeregeln nicht bald dafür sorgen, dass weniger Nitrat ins Grundwasser gelangt.

Nun droht eine Klagewelle, ähnlich wie es sie bei den Luftschad­stoffen bereits gibt. Hat der Europäische Gerichtshof doch entschieden, dass ab sofort auch Privatleute, Unternehmen und Umweltverbände klagen können, wenn der Nitratgrenzwert im Grundwasser nicht eingehalten wird. Und das ist an vielen Orten der Fall.

Um die hohen Strafen abzuwenden, war Berlin nun schon zum wiederholten Mal gezwungen, neue Vorschläge in Brüssel einzureichen. Während Wasserversorger die Pläne begrüßen, gehen Bauern zu Tausenden auf die Straße, um gegen immer strengere Auflagen zu protestieren.



Im April 2020 soll die neue Düngeverordnung in Kraft treten. Sie verringert die Mengen an Mist und Gülle, die auf die Felder kommen dürfen.

 „Die verschärften Düngeregeln werden zum Todesstoß für viele Landwirte in Eifel und Hunsrück“, warnt Michael Horper, Präsident des Bauern- und Winzerverbands Rheinland-Nassau. Am meisten sorgt ihn, dass Betriebe ihren Düngebedarf in stark belasteten Gebieten um 20 Prozent senken sollen und dass es für manche Kulturen im Herbst dort ein totales Düngeverbot geben könnte. „Wir haben hier nicht die besten Böden. Ohne Düngung können wir keine Erträge generieren“, so der Bauernchef.

„Für uns steht der Schutz des Wassers gerade auch im Hinblick auf die Trinkwasserversorgung unserer Bevölkerung im Vordergrund“, entgegnet Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne).