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Nitrat im Grundwasser bereitet Sorgen

 Ein Bauer bringt Gülle auf einem Feld aus. Foto: dpa
Ein Bauer bringt Gülle auf einem Feld aus. Foto: dpa FOTO: dpa
Mainz/Berlin. Der Stickstoffeintrag durch übermäßige Düngung auf den Äckern in Rheinland-Pfalz ist rückläufig. Die Nitratbelastung im Grundwasser überschreitet aber teilweise den Grenzwert. dpa-Mitarbeiter Peter Zschunke

Trotz insgesamt sinkender Stickstoffbelastung auf den Äckern ist in einigen Regionen von Rheinland-Pfalz immer noch zu viel Nitrat im Grundwasser . Dies geht aus dem jetzt vom Bundesumweltministerium in Berlin vorgelegten Nitratbericht hervor. Messstationen in Rheinhessen, der Vorderpfalz und der Westeifel weisen Nitratwerte über der kritischen Schwelle von 50 Milligramm je Liter auf.

"Wir müssen unsere heimischen Gewässer und unser Grundwasser besser vor Belastungen schützen", forderte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne). Ein Hauptgrund der Nitratbelastung sei die Düngung in der Landwirtschaft. Die Bundesregierung müsse die Düngeverordnung deshalb dringend verschärfen.

"Mit den bisherigen Maßnahmen ist es nicht gelungen, die unvermindert hohe Nitratbelastung durch zu viel Dünger im Grundwasser zu reduzieren", kritisierte der Verband kommunaler Unternehmen . "Intensive Landwirtschaft und Massentierhaltung bedrohen damit zunehmend die Ressourcen für die Trinkwasserversorger." Die Nitratbelastung verursacht den kommunalen Wasserversorgern höhere Kosten bei der Versorgung mit Trinkwasser. Im Bundesvergleich ist die Stickstoffbelastung durch übermäßige Düngung in Rheinland-Pfalz von allen Flächenländern am niedrigsten. So lag der Stickstoffüberschuss auf landwirtschaftlichen Flächen 2014 bei 41 Kilogramm je Hektar. Das sind 34,9 Prozent weniger als 2013 mit 63 Kilogramm.



Der Saldo der Stickstoffbilanz ergibt sich rechnerisch aus der Differenz von Stickstoffzufuhr und -abfuhr je Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche. Stickstoff wird von Pflanzen für ihr Wachstum genutzt. Übermäßiger Stickstoff etwa durch Dünger oder Gülle aus der Viehhaltung, belastet die Ökosysteme.

Die EU-Kommission hat Deutschland im November 2016 wegen zu hoher Nitratwerte vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) verklagt. Für Menschen ist Nitrat nicht gesundheitsgefährdend, kann aber zu Nitrit umgewandelt werden, das den Sauerstofftransport im Blut blockiert. Außerdem besteht der Verdacht, dass Nitrit indirekt krebserregend ist.