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Straßen
Neue Vorschriften führen zu mehr Straßensperrungen

mainz. Landesbetrieb Mobilität beklagt zunehmende Respektlosigkeit von Autofahrern gegenüber Bauarbeitern. Sicherheitsanforderungen sind gestiegen.

Sommerzeit ist Bauzeit auf den Straßen. Das gilt bundesweit und auch Rheinland-Pfalz ist vielerorts betroffen: Es wird nach Leibeskräften gebaggert, gebuddelt und geteert. Das bedeutet oftmals, dass Straßen komplett gesperrt werden. So kommt es etwa für voraussichtlich sechs Monate zu Behinderungen auf der A 1 zwischen Salmtal und dem Autobahnkreuz Wittlich wegen Brücken- und Fahrbahnerneuerung, teilt der LBM (Landesbetrieb Mobilität) mit.

Viele Autofahrer fühlen sich durch die Baustellen und Vollsperrungen genervt. Und immer mehr machen ihrem Ärger laut LBM auch auf rabiate Weise Luft. Etwa indem sie die Arbeiter auf den Baustellen beleidigten, auf übelste Weise beschimpften oder respektlos behandelten. „Zudem werden oft die baustellenbedingten Absperrungen und Ampeln ignoriert“, berichtet Hans-Michael Bartnick vom LBM Trier. Dadurch riskierten die rücksichtslosen Autofahrer nicht nur Schäden am eigenen Auto, auch nähmen sie die Gefährdung der Arbeiter billigend in Kauf. Die genervten Autofahrer sollten bedenken, so Bartnick, „dass Straßenbauarbeiten kein Selbstzweck sind, sondern ausschließlich zugunsten der Verkehrsteilnehmer ausgeführt werden“.

Der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) geht davon aus, dass die Zahl der Vollsperrungen und Umleitungen steigen wird. Als Grund nannte er in der Antwort auf eine Anfrage der CDU die höheren Sicherheitsanforderungen durch eine Verschärfung der Arbeitsstättenreglung für Straßenbaustellen. Seit Dezember vergangenen Jahres gelten die neuen Vorschriften. Dadurch seien zusätzliche Sicherheitsabstände zwischen den Arbeitern auf Straßenbaustellen und dem vorbeifließenden Verkehr notwendig. So soll die Sicherheit der Arbeiter erhöht werden.



Diese zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen führen laut dem Landesbetrieb Mobilität künftig auch bei Tagesbaustellen  vermehrt zu Vollsperrungen, weil die verbleibende Fahrbahnbreite nicht mehr ausreichend sei im Sinne der neue Arbeitsschutzvorschriften. Daher müssten sich die Verkehrsteilnehmer bei kurzzeitigen Vollsperrungen oder einseitigen Sperrungen auf längere Wartezeiten einstellen.

Laut Verkehrsminister Wissing müsse auch damit gerechnet werden, dass vor allem bei Autobahnbaustellen noch häufiger als bisher die erlaubte Geschwindigkeit reduziert werden müsse.

Der Minister geht davon aus, dass die Durchführung von Tagesbaustellen durch die neue Vorschrift erschwert wird. Im Vorfeld der Baumaßnahmen erhöhe sich wegen der gestiegenen Sicherheitsanforderungen der Planungs- und Abstimmungsbedarf etwa mit den Kommunen, der Polizei, Rettungsdiensten und dem öffentlichen Nahverkehr.