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Neue Runde am Nürburgring

Nürburg. Die Nürburgring-Affäre schlägt neue Wellen. Der Finanzchef der Rennstrecke in der Eifel, Hans Lippelt, ist ab sofort von seinen Aufgaben freigestellt. Der Aufsichtsrat der Nürburgring GmbH habe in einer Sitzung am Donnerstag beschlossen, seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern, teilte das Unternehmen am Freitag mit

Nürburg. Die Nürburgring-Affäre schlägt neue Wellen. Der Finanzchef der Rennstrecke in der Eifel, Hans Lippelt, ist ab sofort von seinen Aufgaben freigestellt. Der Aufsichtsrat der Nürburgring GmbH habe in einer Sitzung am Donnerstag beschlossen, seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Lippelt habe noch viele Tage Resturlaub und scheide daher schon jetzt aus. Sein Nachfolger werde der Controlling-Leiter am Nürburgring, Michael Nuss-Kaltenborn. Lippelt hatte mit dem ehemaligen rheinland-pfälzischen Finanzminister Ingolf Deubel (SPD) zusammengearbeitet, der im Zuge der Nürburgring-Affäre zurückgetreten war. Deubel war auch Aufsichtsratschef der größtenteils landeseigenen Nürburgring GmbH gewesen. Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Christian Baldauf (Foto: dpa), kommentierte, Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) bringe "nach dem früheren Finanzminister Deubel, der sich vehement gegen die Rolle des Sündenbocks wehrt, ein weiteres Bauernopfer". Nachdem die Privatfinanzierung des mehr als 300 Millionen Euro teuren neuen Freizeitparks an der Rennstrecke Nürburgring spektakulär gescheitert war, soll nun ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss in Mainz mögliche Fehler und Verantwortlichkeiten klären. Die rheinland-pfälzische SPD-Landesregierung war in den Verdacht geraten, auf Betrüger hereingefallen zu sein. Die Staatsanwaltschaft Koblenz ermittelt in dieser Sache. CDU-Fraktionschef Baldauf forderte weitere personelle Konsequenzen. Die Ablösung des für das operative Geschäft verantwortlichen Hauptgeschäftsführers der Nürburgring GmbH, Walter Kafitz, sei überfällig. Beck decke diesen "Parteifreund". Baldauf kritisierte: "Das Versagen von Kafitz und seiner Mannschaft ändert nichts daran, dass die politische Verantwortung für das Desaster am Nürburgring allein bei Kurt Beck liegt. Er wollte das Projekt um jeden Preis und er hat es gegen alle Warnungen vorangetrieben." Die rheinland-pfälzische Grünenchefin Eveline Lemke nannte Lippelts Ablösung überfällig. "Wir werten die Freistellung als Anfang des Erfolgs der permanenten Aufklärungsarbeit zur Nürburgringaffäre", teilte sie mit. "Am Nürburgring wird endlich eingestanden, dass die verantwortlichen Personen das Projekt in den Sand gesetzt haben." dpa