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Müllverbrennung wird teurer

 Unübersehbar prangt das Müllheizkraftwerk vor den Toren der Stadt Pirmasens. Die Kosten für die Verbrennung werden im kommenden Jahr steigen. Foto:pm
Unübersehbar prangt das Müllheizkraftwerk vor den Toren der Stadt Pirmasens. Die Kosten für die Verbrennung werden im kommenden Jahr steigen. Foto:pm
Pirmasens. Die Verbrennung des Restmülls durch den Zweckverband Abfallverwertung Südwestpfalz (Zas) wird im nächsten Jahr teurer: 239,65 Euro je Tonne für die Zas-Mitglieder will die Verbandsversammlung am morgigen Donnerstag bei ihrem Treffen in Pirmasens beschließen Von Merkur-Mitarbeiter Franz Pioth

Pirmasens. Die Verbrennung des Restmülls durch den Zweckverband Abfallverwertung Südwestpfalz (Zas) wird im nächsten Jahr teurer: 239,65 Euro je Tonne für die Zas-Mitglieder will die Verbandsversammlung am morgigen Donnerstag bei ihrem Treffen in Pirmasens beschließen.Damit erhöht sich der Gesamtpreis, der sich aus Kosten für Verbrennung, Umschlag und Verwaltung zusammensetzt, um 3,35 Euro oder 1,42 Prozent je Tonne. Allein der Verbrennungsanteil steigt um 1,6 Prozent auf 229,30 Euro. Es ist die fünfte Anhebung in Folge. Auch die Preise für private Kleinanlieferer will der Zas erneut anheben. Für eine Kofferraumladung (450 Liter) Restmüll werden ab Januar mit 23,90 Euro 40 Cent mehr verlangt. Die Verbrennung von 900 Liter kostet dann 47,80 statt bisher 47 Euro. Für die Entsorgung von bis zu 1800 Litern werden 83,10 Euro statt bisher 81,80 Euro verlangt.

Als Gründe nennt der Zas die reduzierte Verbrennungsmenge in Fehrbacher Müllofen. In diesem Jahr sollen dort nach aktuellen Berechnungen rund 173 000 Tonnen Restmüll zu Energie verfeuert werden. Im nächsten Jahr kalkuliert der Zas mit etwa 170 000 Tonnen. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr verbrannte die Eon-Tochter "Energy from waste" als Betreiber der Anlage noch fast 178 000 Tonnen. Als die zwei wesentlichen Gründe für die leicht erhöhten Preise nannte Zas-Geschäftsführer Norbert Schnauber geringere Anlieferungen eines privaten Kunden, die nach derzeitigem Stand nicht ausgeglichen werden können. Zu schaffen macht dem Zas auch der heiß umkämpfte Markt mit Überkapazitäten. So sind die Erlöse für die Verbrennung von Gewerbemüll um fünf Euro pro Tonne niedriger angesetzt worden.

Im nächsten Jahr kalkuliert der Abfallverband mit Gesamterträgen von 38 Millionen Euro. Für die Entsorgung des Restmülls aus dem Verbandsgemeinde, zu dem die Städte Pirmasens, Zweibrücken und Landau sowie die Kreise Südwestpfalz, Südliche Weinstraße und Germersheim gehören, wird mit Entgelten von 17,5 Millionen Euro gerechnet. Die Entsorgung von Müll aus dem Zweckverband Kaiserslautern soll nach den Planungen fast sieben Millionen in die Kassen spülen. Gut 6,7 Millionen Euro sollen mit der Verbrennung von Gewerbemüll erwirtschaftet werden. 4,7 Millionen Euro haben die Zas-Planer als Erlöse aus dem Energieverkauf an die Pirmasenser Stadtwerke veranschlagt. Fast 29 Millionen Euro zahlt der Zas für die Entsorgung an Eon.



Ende 2023 fällt der Müllofen laut Schnauber aufgrund eines Erbbauvertrags wieder an den Zas zurück. Derzeit werde mit einer Restlaufzeit bis 2034 gerechnet. Dann sei der Abriss der 1999 in Betrieb gegangenen Anlage geplant. Die Abrisskosten sind im vergangenen Jahr mit 3,3 Millionen Euro veranschlagt worden. Hinzu kommt ein jährlicher Aufschlag von drei Prozent. Wie Schnauber sagte, werden jetzt bereits Mittel für den Abriss eingestellt. 2010 kam es beim ZAS daher zu einem Buchverlust von rund 367 000 Euro, weil rückwirkend für 1999 bis 2009 insgesamt 710 000 Euro gebucht werden mussten. 2011 und in den nächsten Jahren schlägt der anvisierte Abriss mit jeweils 180 000 Euro zu Buche. Geschäftsführer Schnauber sagte, 2011 habe das Müllheizkraftwerk fast störungsfrei gearbeitet. Er sprach von einem positiven Geschäftsverlauf.