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Aus dem Archiv Juli 2019
Schüler im Land leiden unter lahmem Internet

 Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands.   Foto: Stefan Kuhn/DPhV/dpa
Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbands. Foto: Stefan Kuhn/DPhV/dpa FOTO: dpa-tmn / Stefan Kuhn
mainz. Moderne Tablets fehlen, das Netz ist im Unterricht vielerorts zu lahm. Lehrergewerkschaften und CDU kritisieren die Ampelkoalition dafür. Von Florian Schlecht

Immer mehr Berufe erfordern Kenntnisse mit Computern und Tablets. Lehrergewerkschaften und die CDU zweifeln aber daran, dass die rheinland-pfälzischen Schulen die Schüler tatsächlich fit für die Zukunft machen können, und warnen davor, Kinder im ländlichen Raum abzuhängen.

Viele Schüler leiden unter lahmem Netz, zeigt die Antwort des Bildungsministeriums auf eine Anfrage der CDU-Fraktion im Mainzer Landtag. Nur 439 von insgesamt mehr als 1600 Schulen verfügen danach über Bandbreiten von mindestens 30 Megabit pro Sekunde.

Anke Beilstein, bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, sagt, bei solch niedrigen Geschwindigkeiten müssten sich Klassen untereinander absprechen, wann sie im Internet surfen und Unterrichtsvideos schauen.



Die Opposition macht der Landesregierung Druck, rasch die 241 Millionen Euro zu verteilen, die der Bund an Rheinland-Pfalz beim Digitalpakt auszahlt, um Schulen mit schnellem Internet und Geräten wie Tablets auszurüsten. „Wir drängen das Land schon lange, endlich aus dem Quark zu kommen.“

Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) wehrt sich gegen die Vorwürfe. Sie sagt: „Wir sind sehr gut im Zeitplan und freuen uns, dass wir einen großen Schritt für die Umsetzung des Digitalpakts in Rheinland-Pfalz gemacht haben.“ Schulträger können ihre Anträge danach ab Ende September stellen.

Oliver Pick, stellvertretender Landesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), vermisst ein Konzept des Landes. Pick warnt davor, Strategiepapiere auf die Schulträger abzuwälzen.

Heinz-Peter Meidinger, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, sagt, der Digitalpakt sei „ein Schuss in den Ofen“, wenn der Bund nicht weiteres Geld für die Schulen im Land nachlege.