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Politiker-Wünsche für 2018
Miteinander, Gesundheit und der WM-Titel

Verbal abrüsten und zusammenraufen – das wünscht sich die rheinland-pfälzische CDU-Chefin Julia Klöckner (rechts) fürs kommende Jahr, Landesmutter Malu Dreyer (SPD) hofft auf mehr soziale Gerechtigkeit im Land.
Verbal abrüsten und zusammenraufen – das wünscht sich die rheinland-pfälzische CDU-Chefin Julia Klöckner (rechts) fürs kommende Jahr, Landesmutter Malu Dreyer (SPD) hofft auf mehr soziale Gerechtigkeit im Land. FOTO: Boris Roessler / dpa
Mainz. Der Wunschzettel ist lang, den Ministerpräsidentin Malu Dreyer und ihre Regierungsmitglieder, der Landtagspräsident und die Fraktionschefs für 2018 geschrieben haben. Bei einigen Punkten gibt es Einigkeit: wie etwa Gesundheit, Frieden oder Zeit für ein gutes Buch.

Ob alle Wünsche in Erfüllung gehen werden, steht in den Sternen. Aber die Spitzenpolitiker aus Rheinland-Pfalz erhoffen sich einiges für 2018 – von einer stabilen Bundesregierung über Gesundheit und Frieden bis zur Titelverteidigung der Jungs von Jogi Löw bei der Fußball-WM. Das steht auf der Liste der Politiker:

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) wünscht sich, dass Rheinland-Pfalz „auch in Zukunft ein liebens- und lebenswertes Zuhause“ ist. „Für Deutschland und Europa habe ich den Wunsch, dass wir in diesen stürmischen Zeiten den Zusammenhalt, die Demokratie und das soziale Miteinander weiter stärken“, betont die SPD-Vizechefin. Dafür hatte sie sich als Bundesratspräsidentin eingesetzt. Persönlich geht es ihr um Glück und Gesundheit für Familie und Freunde.

Auch CDU-Oppositionschefin Julia Klöckner wünscht sich privat, „dass meine Lieben gesund bleiben“. Sie hat sich vorgenommen, mehr Kilometer auf dem Rennrad zu fahren, um für die Benefiztour „Vor-Tour der Hoffnung“ fit zu sein. Für die Nationalmannschaft drückt sie zur Fußball-WM die Daumen „für die Titelverteidigung“. Politisch möchte die CDU-Vizevorsitzende Klarheit in Berlin: „Ich wünsche mir, dass wir schnell zu einer stabilen Regierung kommen. Verbal abrüsten und zusammenraufen ist die Devise.“ Das sei auch wichtig für Europa.



Bei Landtagspräsident Hendrik Hering (SPD) steht auf dem Wunschzettel, dass alle zu einer Stärkung der Demokratie beitragen - und es respektvolle Debatten im Parlament gibt. „Als Politiker wünsche ich mir vor allem, dass wir bei der Integration und Unterstützung von Menschen in Not weiter vorankommen und für die europäische Einigung weiter begeistern.“

Auch Vize-Ministerpräsident Volker Wissing (FDP) setzt auf Europa. „Ich wünsche mir, dass die Menschen in Deutschland erkennen, dass wir nur in einem einigen Europa in Frieden und Wohlstand leben können und die deutsch-französische Freundschaft ein großes Geschenk ist.“ Und privat? „Mehr Zeit für meine Familie und beruflich mehr Sachlichkeit in den politischen Debatten“. Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) setzt auf mehr Miteinander: „Wir sollten – politisch wie gesellschaftlich – wieder stärker miteinander statt übereinander sprechen.“

Innenminister Roger Lewentz (SPD) erhofft sich ein Jahr ohne Terrorangriffe, damit Besucher große Volksfeste und Fastnachtsumzüge friedlich genießen können. Privat hat er Gesundheit für seine Familie auf dem Wunschzettel - und ein erfolgreiches Abi seiner beiden jüngsten Kinder. Auch Justizminister Herbert Mertin (FDP) wünscht sich „eine Welt, in der die Menschen friedlicher zusammenleben als im vergangenen Jahr“. Seiner Familie und sich wünscht er weiter gute Gesundheit.

Angesichts vieler Unsicherheiten in Deutschland und der Welt erhofft sich Finanzministerin Doris Ahnen (SPD), „dass wir (...) die nötige Gelassenheit wahren und die richtigen Entscheidungen treffen“. Sie freut sich auf schöne private und dienstliche Momente und hat einen Vorsatz: „Ein bisschen mehr Sport machen wäre auch nicht schlecht.“

Bei Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) steht auf dem Wunschzettel soziale Gerechtigkeit. Sie verweist unter anderem auf das Bundesteilhabegesetz für Menschen mit Behinderungen. „Privat wünsche ich mir genügend freie Zeitfenster zum Ausgleich, um beispielsweise gemeinsam mit meinem Mann und unseren Kindern Klettern zu gehen und auch mal ein Buch zu Ende lesen zu können.“ Ums Lesen geht es auch Kulturminister Konrad Wolf (SPD): Das „eine oder andere anregende Buch“ wünscht er sich. Im neuen Jahr möchte er Kinder und Jugendliche für Kunst und Kultur begeistern.

Die Liste von SPD-Fraktionschef Alexander Schweitzer ist nicht lang: „Eigentlich wünsche ich mir nur, dass meine Kinder und meine ganze Familie gesund bleiben.“ Gesundheit für seine Familie wünscht sich auch Grünen-Fraktionsvorsitzender Bernhard Braun – und dazu schöne Wanderurlaube. Vor allem will er „eine friedlichere Welt ohne bewaffnete Auseinandersetzungen“ und Solidarität für Benachteiligte. FDP-Kollegin Cornelia Willius-Sezner hofft wie Klöckner auf eine stabile Bundesregierung. Und wünscht sich, dass sie die Freude an ihrer Arbeit behält.

Bei AfD-Fraktionschef Uwe Junge steht auf dem Wunschzettel, „dass ein respektvoller Geist in die politischen Diskussionen Einzug hält“. Er hofft auch auf politischen Rückhalt für Polizisten, Soldaten, Rettungskräfte und Ehrenamtler.

Integrationsministerin Anne Spiegel (Grüne) möchte gern wie ihr FDP-Kollege Wissing sachlichere Debatten. Sie wünscht sich „eine große Portion weniger Rechtspopulismus, Rassismus und Undifferenziertheit sowie eine große Portion mehr Humanität, Respekt und eine Versachlichung von Diskussionen.“ Vor allem freut sie sich, im Frühjahr zum vierten Mal Mutter zu werden.

(dpa)