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Ministerin: Möglichst kein Freiheitsentzug in der Pflege

Mainz. Pflegebedürftige sollten nach einer Forderung der rheinland-pfälzischen Sozialministerin Malu Dreyer (SPD) möglichst ohne Bettgurte und Beruhigungsmittel versorgt werden. "Freiheitsentziehende Maßnahmen sind ein schwerer Eingriff in die Rechte eines pflegebedürftigen Menschen", sagte Dreyer gestern in Mainz

Mainz. Pflegebedürftige sollten nach einer Forderung der rheinland-pfälzischen Sozialministerin Malu Dreyer (SPD) möglichst ohne Bettgurte und Beruhigungsmittel versorgt werden. "Freiheitsentziehende Maßnahmen sind ein schwerer Eingriff in die Rechte eines pflegebedürftigen Menschen", sagte Dreyer gestern in Mainz. Bereits seit einigen Jahren gebe es daher eine Initiative im Land, mit der Alternativen zu solchen Methoden gefördert werden. Allein rund 1200 Menschen - meist Pflegekräfte in Altenheimen - besuchten 2011 ein kostenloses Schulungs- und Beratungsangebot.Bettgitter, Bettgurte und Beruhigungsmittel werden in Kliniken und Heimen eingesetzt, um Bewohner und Patienten vor Stürzen oder Verletzungen zu schützen. Sie sollen auch psychisch Kranke daran hindern, wegzulaufen. Diese Tendenz kommt etwa häufig bei Demenzkranken vor.

Nach dem Willen der Mainzer Ministerin soll es in den Heimen weiterhin ein wichtiges Ziel sein, solche Methoden zu vermeiden. "Mir ist wichtig, dass das Thema in den Köpfen bleibt, dass wir uns damit auseinandersetzen und dass die Pflegenden in den Einrichtungen Alternativen an die Hand bekommen." dpa

Foto: Kahnert/dpa