| 20:09 Uhr

Wirtschaft
Das Land, der Nahe Osten und die IT-Potenziale

 Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) bricht heute für neun Tage in den Nahen Osten auf.
Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) bricht heute für neun Tage in den Nahen Osten auf. FOTO: dpa / Andreas Arnold
Mainz. Warum Minister Wissing Israel und Jordanien bereist.

Die nächste Auslandsreise des rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministers Volker Wissing (FDP) geht nicht etwa ins kalifornische Hightech-Mekka Silicon Valley oder nach China. Mit Vertretern von Unternehmen und Hochschulen tourt Wissing von diesem Montag an für neun Tage durch Israel und Jordanien. Oberbegriffe der Reise seien IT, Künstliche Intelligenz und Gründertum, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. „Israel hat eine hohe Konzentration an Unternehmen im High-Tech-Bereich – und es ist neben den USA die größte Gründer-Community.“

Auf dem Programm steht etwa ein Besuch des Technologieparks Matam in Haifa. Rheinland-pfälzische Unternehmen müssten sich immer neue Märkte erschließen. „Globale Märkte verschieben sich, die Handelsrisiken nehmen weltweit zu“, sagte der FDP-Politiker. Mit Blick auf Donald Trump ergänzte er: „Wir können uns nicht nur auf die USA konzentrieren, zumal wir wissen, dass Handelsbeziehungen mit den USA unter den Risiken stehen, die der gegenwärtige Präsident twittert.“

Für Wissing steht in Israel sein erster Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem an. „Das alleine macht die Reise zu einer anderen Reise“, sagte er. „Wir haben als Deutsche gegenüber Israel eine besondere Verantwortung. Die fühlen wir auch als Landesregierung sehr stark. Deswegen ist Israel für uns kein Land wie jedes andere.“



Drei Tage wird Wissing in Jordanien verbringen – in der Hauptstadt Amman und an der Welterbestätte Petra. Es habe sich bewährt, eine Reise um eine Art Visite in einem nahe gelegenen Land zu ergänzen, das man noch nicht so sehr kenne, merint der Minister. Es gehe um einen Eindruck des dortigen wirtschaftlichen Potenzials. Wie wichtig so etwas sei, habe das Beispiel Vietnam gezeigt. Das Land sei mal im Rahmen einer China-Tour besucht worden. Dort habe man erstaunliches Potenzial vorgefunden, weswegen man dort eine Wirtschaftsrepräsentanz eröffne, sagt der Minister weiter. Es sei wichtig, auch ein Auge auf Länder zu richten, die nicht alle im Fokus hätten. „Man muss nicht immer da sein, wo alle sind.“

(dpa)