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Millionengrab? Streit über Geschäftszahlen am Nürburgring

 Die Fahr-Attraktion Ring-Racer am Nürburgring ist nach wie vor nicht in Betrieb. Foto: dpa
Die Fahr-Attraktion Ring-Racer am Nürburgring ist nach wie vor nicht in Betrieb. Foto: dpa
Mainz. Pleite oder Planübererfüllung? Wieder einmal haben rheinland-pfälzische Landtagsabgeordnete über die Geschäftszahlen des umstrittenen neuen Freizeitparks am Nürburgring gestritten. "Es wird ein Millionengrab bleiben", rief Günter Eymael (FDP) im Wirtschaftsausschuss in Mainz

Mainz. Pleite oder Planübererfüllung? Wieder einmal haben rheinland-pfälzische Landtagsabgeordnete über die Geschäftszahlen des umstrittenen neuen Freizeitparks am Nürburgring gestritten. "Es wird ein Millionengrab bleiben", rief Günter Eymael (FDP) im Wirtschaftsausschuss in Mainz. Wirtschaftsminister Hendrik Hering (SPD) sei ein "großartiger Optimist" mit Aussagen zu Gewinnen wohl aus dem Wolkenkuckucksheim. Alexander Licht (CDU) sekundierte: Noch würden an der Rennstrecke in der Eifel keine Gewinne eingefahren, sondern es gebe dort nur "eine Gewinnerwartung". Hering wehrt sich: "Es läuft sehr gut" am Ring. "Das gesamte Invest von 330 Millionen Euro amortisiert sich", ohne dass der Steuerzahler zusätzlich zur Kasse gebeten werde. Anders als erwartet zahle die neue private Betreibergesellschaft Nürburgring Automotive GmbH bereits im laufenden Geschäftsjahr eine Pachtzahlung in Millionenhöhe an die größtenteils landeseigene Besitzgesellschaft Nürburgring GmbH, betont der Minister. Von 2016 an könnten die weiter steigenden Pachtzahlungen schon über den laufenden Kosten wie Zinsen und Tilgung liegen. Hering beruft sich auf einen überarbeiteten Businessplan der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young. Einer ihrer Geschäftsführer, Gunther Ruppel, spricht im Ausschuss von geplanten Verbesserungen in der jetzigen "Einschwungphase", normalen anfänglichen Verlusten und einem späteren "Umkehreffekt". Mit "gewisser Freude" sehe er, dass die bisherigen Geschäftszahlen den Businessplan "zu bestätigen scheinen". Und die aktuellen Besucherzahlen am Nürburgring? Die würde die Landtagsopposition von CDU und FDP auch gerne hören, doch der Wirtschaftsminister kann sie nach eigenen Worten für das erste Halbjahr 2010 noch nicht nennen. Von 400 000 Besuchern pro Jahr an der abgelegenen legendären Rennstrecke ging die Landespolitik einst aus, dann nur noch von 170 000. Nun ist in Medienberichten die Rede von weniger als 50 000 von Januar bis Juni 2010. Hering verweist aber auf andere aktuelle Daten: Die Tourismuszahlen seien landesweit am stärksten im Kreis Ahrweiler gestiegen, also just dort, wo auch der Nürburgring liegt. dpa