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Mertin: Westerwelle hat ersten Baustein für Neuanfang gelegt

Mainz. Lediglich einen ersten Schritt zum Neuanfang sieht der rheinland-pfälzische FDP-Spitzenkandidat Herbert Mertin (Foto: dpa) in der Rede von Parteichef Guido Westerwelle beim Dreikönigstreffen. "Sie kann ein Baustein für ein neues Fundament sein", formulierte es Mertin jetzt in Mainz etwas zurückhaltend

Mainz. Lediglich einen ersten Schritt zum Neuanfang sieht der rheinland-pfälzische FDP-Spitzenkandidat Herbert Mertin (Foto: dpa) in der Rede von Parteichef Guido Westerwelle beim Dreikönigstreffen. "Sie kann ein Baustein für ein neues Fundament sein", formulierte es Mertin jetzt in Mainz etwas zurückhaltend. Er bezeichnete die mit Spannung erwartete Rede Westerwelles am Donnerstag in Stuttgart als "gut", aber nicht elektrisierend. "Er hat zumindest deutlich gemacht, wo unser Kompass liegt - und mehr konnte ich auch nicht erwarten."Gleichzeitig betonte Mertin: "Das Vertrauen, das über Monate verloren gegangen ist, kann man nicht mit einer Rede zurückgewinnen." Mertin hatte Westerwelle Ende vergangenen Jahres als "Klotz am Bein" bezeichnet und es nicht als hilfreich erachtet, wenn der Parteichef im Wahlkampf für die Landtagswahl im März auftritt (wir berichteten). Zur Frage, ob Westerwelle nun im Land wieder gerne gesehen sei, meinte Mertin: "Es gibt nach meinem Kenntnisstand Kreisverbände, die ihn eingeladen haben. Somit wird Westerwelle ebenso wie andere aus der Bundesspitze im Wahlkampf in Rheinland-Pfalz präsent sein", sagte Mertin. Es stehe jedoch eine Landtagswahl an, weshalb die rheinland-pfälzische FDP einen sehr eigenständigen Wahlkampf mit den für das Land wichtigen Themen führen werde. Mertin, der auch Oppositionsführer im Landtag in Mainz ist, hatte seine Äußerungen Ende vergangenen Jahres als "Weckruf" für die Partei und für Westerwelle bezeichnet. "Ich habe den Eindruck, dass die Botschaft angekommen ist." Westerwelle habe in seiner Rede deutlich gemacht, was die liberale Politik ausmacht. Ob Westerwelle auch nach dem Parteitag im Mai an der Spitze der Liberalen stehen werde, hält Mertin für möglich. "Das hängt aber davon ab, wie er die nächsten Monate gestaltet. Ich stelle ihm keinen Blankoschein aus." Zudem machte Mertin deutlich: "Die FDP ist nicht nur Westerwelle." dpa