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Ruf nach mehr Transparenz
Mainzer Landtag debattiert über Kerosinablass

Mainz. Parteiübergreifend haben Politiker im rheinland-pfälzischen Landtag mehr Transparenz zum Kerosinablass von Flugzeugen gefordert. CDU-Fraktionschef Christian Baldauf sagte gestern in Mainz, über Rheinland-Pfalz werde so viel Kerosin abgelassen wie über keinem anderen Bundesland.

Es fehle an Erkenntnissen darüber, wie viel von dem Treibstoff am Boden ankomme und wie sich das auf Umwelt und Menschen auswirke. Er forderte die rheinland-pfälzische Landesregierung auf, mit dem Bund weitere Maßnahmen zu ergreifen.

SPD-Landtagsfraktionschef Alexander Schweitzer sagte, es müsse vor allem der Bund in die Pflicht genommen werden. Klar sei: „Wir wissen zu wenig, was über unseren Köpfen passiert.“ Mehrere Vertreter der Regierungsfraktionen sowie Verkehrsstaatssekretär Andy Becht (FDP) verwiesen auf eine jüngst von Rot-Gelb-Grün beschlossene Initiative im Bundesrat, um zeitnahe Informationen zum sogenannten „Fuel Dumping“ sicherzustellen. Sie soll morgen in das Ländergremium in Berlin eingebracht werden.

Flugzeuge in einer Notlage, etwa verursacht durch ein technisches Problem, lassen über möglichst unbewohntem Gebiet Kerosin ab, damit das Gewicht vor der Landung verringert wird. Nach Angaben der Deutschen Flugsicherung entscheidet allein der Pilot darüber.



Das Bundesverkehrsministerium in Berlin kündigte gestern an, dass auf der Internetseite des Luftfahrt-Bundesamts von nun an Informationen zu sogenannten Treibstoffschnellablässen veröffentlicht würden, unter anderem mit dem Datum des Ereignisses, Angaben zum Gebiet, dem Flugzeug, der Menge, der Flughöhe und des Grundes für den Ablass. Einer dortigen Auflistung von gestern zufolge ereigneten sich seit Anfang 2018 acht von bundesweit 16 Vorfällen in Rheinland-Pfalz. Die Menge des über dem Land abgelassenen Treibstoffs summierte sich demnach auf knapp 200 Tonnen.

(dpa)