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Mehr Hilfe für arme Kinder

 Viele Kinder auch in Rheinland-Pfalz können sich an Schaufenstern nur die Nase plattdrücken, denn ihre Eltern haben nicht genug Geld für Spielsachen. Foto: dpa
Viele Kinder auch in Rheinland-Pfalz können sich an Schaufenstern nur die Nase plattdrücken, denn ihre Eltern haben nicht genug Geld für Spielsachen. Foto: dpa
Wo sehen Sie derzeit denn die drängendsten Probleme für Kinder in Deutschland? Zainhofer: "Eines der größten Probleme ist sicher nach wie vor das Thema Kinderarmut. Nimmt man zum Beispiel den Hartz-IV-Satz für Kinder, der 60 Prozent von dem eines Erwachsenen entspricht - das ist aus unserer Sicht viel zu wenig Von dpa-Mitarbeiter Marc Strehler

Wo sehen Sie derzeit denn die drängendsten Probleme für Kinder in Deutschland? Zainhofer: "Eines der größten Probleme ist sicher nach wie vor das Thema Kinderarmut. Nimmt man zum Beispiel den Hartz-IV-Satz für Kinder, der 60 Prozent von dem eines Erwachsenen entspricht - das ist aus unserer Sicht viel zu wenig. Armut bedeutet für ein Kind, dass es schlechtere Chancen in der Gesellschaft und zum Beispiel auf eine gute Bildung hat. Da muss sich etwas ändern." Wie sehen Sie denn die Lage in Rheinland-Pfalz? Zainhofer: "Die Landesregierung hat ja das Programm 'Kinderfreundliches Rheinland-Pfalz'. Im Vergleich zu anderen Bundesländern stehen wir gut da. Wenn wir zu Ministerpräsident Kurt Beck oder zu Jugendministerin Doris Ahnen mit einem Anliegen kommen, rennen wir offene Türen ein." Sehen Sie dennoch auch Verbesserungsbedarf im Land? Zainhofer: "Natürlich gibt es den. Zum Beispiel beim Thema 'frühe Hilfen" für Kinder, also wenn es darum geht, frühzeitig aktiv zu werden, um Kinder vor Misshandlung oder Vernachlässigung zu schützen. Das ist ja in Rheinland-Pfalz ein kommunales Thema. Das Engagement und die Bereitschaft, Geld dafür auszugeben, ist von Kommune zu Kommune unterschiedlich. Auch müssten viele Jugendämter personell besser ausgestattet werden. Jeder Euro, den ich hier investiere, ist gut angelegtes Geld. Wenn es dann nämlich zu spät ist, und ein Kind zum Beispiel im Heim untergebracht werden muss, kostet das in der Regel die öffentlichen Haushalte noch viel mehr Geld."