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Ministerpräsidentin besucht Partnerland
Malu Dreyer reist nach Ruanda — Ihr Ziel: „Voneinander lernen“:

Malu Dreyer (SPD) besucht vom 29. September bis 4. Oktober das Partnerland Ruanda.
Malu Dreyer (SPD) besucht vom 29. September bis 4. Oktober das Partnerland Ruanda. FOTO: dpa / Ralf Hirschberger
Mainz/Kigali. Seit 1982 ist Ruanda das Partnerland von Rheinland-Pfalz. Auf Malu Dreyers Besuchsprogramm: ein Frauenzentrum, ein Kindergarten, eine Drohnen-Rampe. dpa

(dpa) Malu Dreyer will bei ihrer ersten Reise ins Partnerland Ruanda als rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin auf die Rechte von Frauen aufmerksam machen. „Das ist mir wichtig“, sagt die SPD-Politikerin vor dem Besuch vom 29. September bis zum 4. Oktober. Ruanda habe zwar bezogen auf die politische Repräsentation von Frauen einen sehr guten Ruf. „Deren Parlament ist jetzt frauendominiert.“ Dort sind 61 der Delegierten im Unterhaus weiblich - das ist nach Angaben der Interparlamentarischen Union der weltweit höchste Anteil. „Aber natürlich ist das Thema Gewalt gegen Frauen in Ruanda auch ein Thema“, sagt Dreyer. Sie besucht in der Stadt Huye ein Beratungszentrum für Frauen zum Thema sexualisierte Gewalt.

Die Reise in das ostafrikanische Land steht unter dem Motto „Voneinander lernen“. Dies betrifft nicht nur den hohen Frauenanteil. Lernen will die 35-köpfige Delegation aus Rheinland-Pfalz von Ruanda zum Beispiel bei der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum. Dreyer wird sich in dem Ort Muhanga eine Startrampe für Drohnen ansehen, mit denen Blutkonserven im Land der tausend Hügel zu Krankenhäusern transportiert werden.

Die Partnerschaft zwischen Rheinland-Pfalz und Ruanda besteht seit 36 Jahren. Sie wird als Graswurzelpartnerschaft bezeichnet - es geht um Austausch und Begegnung auf Augenhöhe. 200 Schulen und über 40 Kommunen haben Kooperationen mit Ruanda. Nach Ruanda sind seit Beginn der Partnerschaft laut Staatskanzlei 65 Millionen Euro geflossen, vier Fünftel stammen vom Land, ein Fünftel geht auf private Spenden zurück. Daraus sind Hilfsprojekte entstanden. Dreyer will in der Hauptstadt Kigali den Kindergarten „Imanzi“ einweihen - der erste des Mainzer Vereins Aktion Tagwerk, der bei einem Aktionstag jedes Jahr in vielen Schulen in Deutschland Spenden für Afrika sammelt. Der Kindergarten wurde gemeinsam mit der Stadt Mainz aufgebaut.



Vor 14 Jahren waren einem Völkermord in Ruanda mindestens 800 000 Menschen zum Opfer gefallen, die meisten gehörten der Minderheit der Tutsi an. Dreyer will eine Gedenkstätte in Gisozi besichtigen, die Ruhestätte für über 250 000 Opfer ist. Die Regierungschefin plant auch politische Gespräche in der Hauptstadt. Sie wird unter anderem von Finanzministerin Doris Ahnen (SPD) und dem Präsidenten der Johannes Universität Mainz, Georg Krausch, begleitet.