| 23:44 Uhr

Betonfassade bröckelt
Mainzer Rathaus wird saniert für67 Millionen Euro

Mainz. Das marode Rathaus in Mainz wird für mehr als 65 Millionen Euro saniert. Da eine Sanierung immer noch günstiger sei als ein Neubau, werde die zweite Variante nicht weiter verfolgt, heißt es in einem Stadtratsbeschluss. Der Rat bewilligte auch eine Anpassung des Budgets an die Baupreise sowie weitere Millionen für „unvorhergesehene Maßnahmen“ für die Erneuerung des denkmalgeschützten Hauses aus den 70er Jahren. Hinzu kommen Kosten für den Umzug und die Unterbringung der Verwaltung während der Bauarbeiten.

Das Rathaus wurde von dem renommierten dänischen Architekten Arne Jacobsen und seinem Partner Otto Weitling entworfen und 1970 bis 1973 erbaut. Im Volksmund wird der Bau direkt am Rheinufer auch Beamtengefängnis genannt, weil vor den Fenstern große Rastergitter angebracht sind. Das Rathaus besitzt sogar einen eigenen Weinkeller , in denen Weinproben abgehalten werden können. Die Fassade ist nun so porös, dass zum Schutz vor einem Herabfallen der grauen Natursteinplatten Netze angebracht worden sind (wir berichteten).

Zunächst war überlegt worden, das Rathaus aufzugeben und mit der kompletten Stadtverwaltung in ein andere Gebäude umzuziehen. Dieser Plan ist nun vom Tisch. Erneuert werden sollen laut dem Stadtratsbeschluss unter anderem die Fassade und der Beton, die Sanitär- und Technikanlagen, die Lüftung, die Treppenhäuser, das Dach sowie die Fenster, die sich in Zukunft dann öffnen lassen sollen. Die Kantine soll verlagert und Archivräume errichtet werden.