| 23:25 Uhr

Mainzer Landtag übt den Brückenschlag

 So soll der geplante Hochmoselübergang bei Ürzig nach der Fertigstellung aussehen. Foto: dpa
So soll der geplante Hochmoselübergang bei Ürzig nach der Fertigstellung aussehen. Foto: dpa
Mainz. Der Bau der "B 50 neu" mit der 159 Meter hohen Brücke über die Mosel, der die belgischen und niederländischen Nordseehäfen mit dem Rhein-Main-Gebiet verbinden soll, stößt im Landtag auf breite politische Zustimmung. Gegner des Projektes sorgen derzeit für Wirbel. Sie kritisieren die Kosten von 300 Millionen Euro und fürchten negative Folgen für den Weinbau Von Merkur-Korrespondent Frank Giarra und dpa

Mainz. Der Bau der "B 50 neu" mit der 159 Meter hohen Brücke über die Mosel, der die belgischen und niederländischen Nordseehäfen mit dem Rhein-Main-Gebiet verbinden soll, stößt im Landtag auf breite politische Zustimmung. Gegner des Projektes sorgen derzeit für Wirbel. Sie kritisieren die Kosten von 300 Millionen Euro und fürchten negative Folgen für den Weinbau. Beabsichtigt ist eine Massenpetition beim Bundestag, die einzeln im Petitionsausschuss aufgerufen wird, wenn 50 000 Menschen sie unterstützen. Im Landtag wird die Kritik als schädlich für das Image der Mosel empfunden. "Ich bedaure, dass Wenige die gesamte Mosel diskreditieren", sagte der Brauneberger Alexander Licht (CDU). Die Union stehe zu dem Projekt, es sei "das größte Unterstützungsprogramm für die Winzer". Bettina Brück aus Thalfang (SPD) betonte, der Hochmoselübergang nütze der Region, der Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur, den Menschen und der Wirtschaft. Auch der in Ürzig geborene Günter Eymael (FDP) strich heraus, die Fernstraßen-Verbindung sei wichtig. Er sagte, die vierspurige Brücke für die "B 50 neu" werde seine Heimatregion besser an Ballungsräume anbinden, zusätzliche Arbeitsplätze schaffen und "Wachstum und Wohlstand" sichern. Mit Blick auf sinkende Einwohnerzahlen ergänzte der Freidemokrat, damit könne der "drastischen Entleerung der Moselgemeinden" entgegengewirkt werden. Es komme auch darauf an, die 1,7 Kilometer lange Brücke ansprechend und "filigran" zu gestalten. Vielleicht könnten ein Museum oder Restaurant eingebaut und eine attraktive Beleuchtung installiert werden, meinte Eymael. Verkehrsminister Hendrik Hering freute sich über den politischen Rückenwind. Derzeit "quälen sich Autos und Laster durch das Moseltal". Die Brücke werde 2016 "mit einem gewissen Stolz" eröffnet, blickte der Verkehrsminister voraus und dann von mehr als 20 000 Fahrzeugen täglich befahren werden. Für 2025 rechnet Hering sogar mit 25 000 Fahrzeugen pro Tag.