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Mainz: EU billigt Nürburgring-Verkauf

Mainz. Noch steht die Entscheidung der EU-Kommission zu staatlichen Hilfen für den Nürburgring und zur Rechtmäßigkeit des Verkaufs aus. In der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei blickt man dem Bescheid optimistisch entgegen. Dpa-Mitarbeiter Oliver Riegen

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD ) geht davon aus, dass die EU-Kommission in Brüssel grünes Licht für den Verkauf des insolventen Nürburgrings geben wird. "Ich habe keine Veranlassung zu glauben, dass die EU-Kommission dem Kaufvertrag mit Capricorn nicht zustimmen wird und dass die Insolvenzverwalter an irgendeiner Stelle nicht korrekt handeln würden", sagte Dreyer jetzt in Mainz . "Bisher waren alle Schritte verlässlich. Auch der Verkaufsprozess ist von den Insolvenzverwaltern ganz eng mit der Kommission abgestimmt worden."

Der Autozulieferer Capricorn hatte den traditionsreichen Nürburgring in der Eifel im Frühjahr für insgesamt 77 Millionen Euro gekauft. Eine erste Rate von fünf Millionen Euro floss nach Angaben von Sachwalter Jens Lieser nach dem Vertragsschluss im März. Weil sich die Entscheidung der EU-Kommission zur Rechtmäßigkeit früherer staatlicher Beihilfen und zu Beschwerden unterlegener Mitbewerber beim Verkaufsprozess hinzieht, verschob die Capricorn Nürburgring GmbH (CNG) die Zahlung einer zweite Rate von fünf Millionen Euro (wir berichteten). Das Geld soll laut Lieser fließen, wenn Brüssel entschieden hat. Die Regierungschefin sieht den Verkauf nicht in Gefahr. "Ich habe bislang sowohl die Insolvenzverwalter als auch den neuen Erwerber Herrn Wild als verlässliche Partner erlebt", sagte Dreyer.

Capricorn-Chef Robertino Wild hatte in der vergangenen Woche gesagt, die Verzögerung habe nichts mit Zahlungsschwierigkeiten zu tun. Beide Seiten seien im Frühjahr von einer baldigen EU-Entscheidung ausgegangen.

Die Kommission prüft neben früheren Beihilfen an den Ring auch Beschwerden zum Verkaufsprozess. Einwände hatten der US-Finanzinvestor HIG Capital, das US-Konsortium Nexovation, der Automobilclub ADAC und der Verein "Ja zum Nürburgring " erhoben. Der Nürburgring soll Anfang 2015 an die CNG übergehen.