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Lieser: Angebote für Nürburgring deutlich unter 330 Millionen Euro

Koblenz. Die Interessenten des Nürburgrings werden im laufenden Verkaufsprozess weit weniger Geld bieten, als das Land Rheinland-Pfalz in den Bau des Freizeitparks steckte. „Es ist sicher so, dass die Gebote deutlich unter 330 Millionen Euro liegen werden“, sagte Ring-Sachwalter Jens Lieser gestern als Zeuge im Untreue-Prozess zum Ring vor dem Koblenzer Landgericht. dpa



Die landeseigene Förderbank ISB hatte der Nürburgring GmbH damals einen Kredit über 330 Millionen Euro gewährt, mit dem der überdimensionierte Freizeitpark in der Eifel gebaut worden war. Den Kredit hatte das Land dann im Jahr 2012 abgelöst, nachdem die staatliche GmbH pleitegegangen war.

Ob die Gebote über den 77 Millionen Euro liegen werden, die im Oktober 2012 in einem Gutachten des Immobilien-Unternehmens Jones Lang LaSalle als Ertragswert des Rings genannt worden waren, sei noch nicht absehbar, sagte Lieser, der in dem Verfahren bereits zum zweiten Mal als Zeuge geladen war. Die Sanierer wollen den Ring-Verkauf noch in diesem Quartal unter Dach und Fach bringen.

Lieser betonte, die Gebäude am Nürburgring seien zu groß - "suboptimal" - geraten. Die Anlage sei für Großveranstaltungen wie die Formel 1 oder das 24-Stunden-Rennen ausgelegt, wovon es pro Jahr aber nur vier bis sechs gebe. "Bei kleineren Veranstaltungen verlieren sich die Menschen in den Gebäuden."