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Lehrerverband kritisiert Appell aus Mainz an Pensionäre

Mainz. Ein Appell des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums an pensionierte Lehrer sorgt für Streit mit dem Verband Bildung und Erziehung (VBE). Die Lehrerorganisation kritisierte am Freitag in Mainz den Aufruf von Ressortchefin Vera Reiß (SPD ) an Lehrer im Ruhestand, sich ehrenamtlich für Deutsch-Intensivkurse an Grundschulen zu melden. Agentur

Der VBE forderte erneut, mindestens 500 neue Lehrkräfte in Rheinland-Pfalz einzustellen.

Ein solches Engagement könne die Neueinstellungen von Pädagogen allenfalls ergänzen, erklärte der VBE. "Offenbar ist das zuständige Ministerium nicht in der Lage, die notwendigen Grundlagen der Sprachförderung mit aktivem Personal abzudecken."

Das rheinland-pfälzische Bildungsministerium wies dies zurück. Der Einsatz pensionierter Lehrkräfte sei kein Ersatz für die Einstellung zusätzlicher Lehrer . So habe das Land für dieses Schuljahr 240 dauerhafte Vollzeitstellen zusätzlich geschaffen, im Haushaltsjahr 2016 seien 314 weitere Lehrerstellen vorgesehen. Für Deutsch-Intensivkurse seien in Rheinland-Pfalz in diesem Schuljahr mehr als 70 qualifizierte Sprachförder-Lehrkräfte eingestellt worden.

Sein Schreiben an rund 2100 pensionierte Lehrer begründete das rheinland-pfälzische Bildungsministerium auch damit, dass die Entwicklung des Flüchtlingszuzugs nach Deutschland nur schwer einzuschätzen sei. Die Lehrer sollen sich bis Mitte November entscheiden, ob sie sich für die Deutschförderung von Flüchtlingskindern engagieren wollen.

vbe-rp.de