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Lehrerverband fordert verständlichere Zeugnisse

Mainz. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) fordert verständlichere Zeugnisse für Grundschüler. Die seit 2009 gültigen Zeugnisse mit ausführlichen schriftlichen Beurteilungen seien zu lang und mit ihrem Fachjargon für viele Eltern unverständlich, kritisierte die Gewerkschaft gestern in Mainz. Die meisten Grundschullehrer lehnten diese Zeugnisse ab

Mainz. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) fordert verständlichere Zeugnisse für Grundschüler. Die seit 2009 gültigen Zeugnisse mit ausführlichen schriftlichen Beurteilungen seien zu lang und mit ihrem Fachjargon für viele Eltern unverständlich, kritisierte die Gewerkschaft gestern in Mainz. Die meisten Grundschullehrer lehnten diese Zeugnisse ab. Es sei auch zu zeitaufwendig, sie zu erstellen. In einer Umfrage unter 2158 Pädagogen hätten 84 Prozent vielmehr den VBE-Vorschlag eines übersichtlicheren und aussagekräftigeren "Kompetenzstufen-Zeugnisses" befürwortet. Dieses gebe es schon in mehreren anderen Bundesländern - und sogar an einigen Grundschulen in Rheinland-Pfalz mit Sondergenehmigung des Bildungsministeriums. Es listet hinsichtlich bestimmter Fähigkeiten - zum Beispiel dem Lesen unbekannter Texte - in nur einer Zeile eine kurze Beschreibung auf. Hinzu kommt jeweils eine Beurteilung in einem einfachen System mit vier Kästchen: Hier können die Lehrer Kategorien wie "Das kannst du schon gut" oder "Das musst du noch lernen" schwarz markieren. Ergänzend gibt es traditionelle Ziffernnoten in den dritten und vierten Klassen. "Auch ein Kind soll ja das Zeugnis verstehen", erläuterte VBE-Landeschef Johannes Müller.Bildungsministeriums-Sprecher Wolf-Jürgen Karle betonte, Anregungen und Kritik von Lehrern und Eltern seien längst aufgegriffen worden. Für die Ausgabe der Halbjahreszeugnisse am 27. Januar seien den Grundschulen daher bereits neue Formulare zugeleitet worden. dpa

Foto: VBE