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Landesregierung und Islamverbände verurteilen Anschläge

Mainz. Die Bluttaten mutmaßlicher Islamisten in Paris haben die Menschen in Rheinland-Pfalz schockiert. Auch die Muslime im Land sind entsetzt. Zusammen mit der Regierung wollen sie nun ein Zeichen setzen. Agentur

Nach den mutmaßlich islamistischen Terroranschlägen in Frankreich suchen die rheinland-pfälzische Landesregierung und die muslimischen Verbände im Land den Schulterschluss. In einer gemeinsamen Erklärung verurteilten sie am Samstag den Angriff auf das Satire-Magazin "Charlie Hebdo" und die tödlichen Attacken auf eine Polizistin und einen jüdischen Supermarkt in Paris . "Dieser infame Mordanschlag ist nur nicht nur ein Angriff auf die Presse- und Meinungsfreiheit, sondern auf die zentralen Werte unserer offenen und freiheitlichen Gesellschaft", heißt es darin. Diese Werte müssten nun gemeinsam verteidigt werden, "weil sie unabdingbare Voraussetzung für unser friedliches Zusammenleben sind".

In Rheinland-Pfalz mit seinen rund vier Millionen Einwohner leben den Angaben zufolge etwa 150 000 Muslime . "Wir sind gemeinsam mit unserem Land und unseren Grundwerten tief verbunden", steht in der Erklärung.

Zuvor hatten sich die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD ), Integrationsministerin Irene Alt (Grüne) und Vertreter muslimischer Verbände in Mainz getroffen. Dreyer hatte kurz nach den Terroranschlägen dazu eingeladen. "Wir müssen in diesen Tagen ein deutliches Zeichen setzen, dass wir uns vom Terror weder einschüchtern noch unsere Gesellschaft spalten lassen", sagte sie nach dem Treffen.

Die Ministerpräsidentin kündigte ein weiteres Treffen an, zu dem sie in der kommenden Woche alle gesellschaftlich relevanten Gruppen einladen wolle. "Ziel ist es, ein breites Bündnis zu etablieren." Ministerin Alt betonte: "Ein solches Attentat hat mit Religion nichts zu tun."

SPD-Landtagsfraktionschef Alexander Schweitzer begrüßte, dass inzwischen viele muslimische Organisationen "den barbarischen Akt der französischen Terroristen" verurteilt hätten. "Auch Imame fanden bei Freitagsgebeten eindeutige Worte", sagte er.