| 00:21 Uhr

Aufruf zu besonderer Wachsamkeit
Rheinland-Pfalz in Sorge wegen Schweinepest

Die rheinland-
pfälzische 
Umwelt­ministerin 
Ulrike Höfken.
Die rheinland- pfälzische Umwelt­ministerin Ulrike Höfken. FOTO: picture alliance / dpa / Thomas Frey
Mainz. Die Umweltministerin von Rheinland-Pfalz, Ulrike Höfken, rät zu besonderer Wachsamkeit.

Nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest im Nachbarland Belgien schätzt die rheinland-pfälzische Landesregierung die Gefahr einer Einschleppung als hoch ein. „Wir nehmen den Ausbruch in Belgien sehr ernst und rufen alle zur erhöhten Wachsamkeit auf“, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. „Ein Ausbruch bei Wildschweinen in Rheinland-Pfalz wäre dramatisch, da es aktuell keinem Staat gelungen ist, die Tierseuche in der Wildpopulation unter Kontrolle zu bekommen.“ Nur in Tschechien habe eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Hausschweinen verhindert werden können, so die Mainzer Ressortchefin.

Die Erreger wurden nach Angaben belgischer Behörden in zwei toten Wildschweinen nur 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt in der Gemeinde Étalle nachgewiesen. Der Ort liegt im Dreiländereck Belgien, Frankreich und Luxemburg. Nach Trier sind es 75 Kilometer Luftlinie. Die Afrikanische Schweinepest ist eine Virusinfektion, die nur Wild- und Hausschweine befällt und für sie tödlich sein kann. Der Erreger kann durch direkten Kontakt zwischen Tieren übertragen werden, aber auch durch Speisereste, die von Menschen aus infizierten Gebieten mitgebracht und weggeworfen wurden.

Die rheinland-pfälzische Umweltministerin rief Bürger, die Lebensmittel aus Ländern mit grassierender Afrikanischer Schweinepest mitbringen, zu erhöhter Wachsamkeit auf. Weil ein erfolgreicher Kampf gegen das Virus nach aktuellem Stand fast unmöglich sei, sei es entscheidend, Lebensmittel mit Fleisch in der Restmülltonne zu beseitigen. Höfken empfahl Schweinehaltern, ihre Sicherheitsmaßnahmen im Betrieb zu überprüfen. „Es darf keine direkten oder indirekten Kontakte zwischen Haus- und Wildschweinen geben, zum Beispiel auch nicht über Futter oder Einstreumaterial“, warnte Höfken.



Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd appellierte an Verbraucher und Landwirte mitzuhelfen, um einen Ausbruch zu verhindern. Achtlos weggeworfene Speisereste auf Parkplätzen und Raststätten seien eine der Hauptverbreitungsquellen und könnten zu katastrophalen Folgen führen, warnte Bauernpräsident Eberhard Hartelt in einer Mitteilung. Schweinehalter sollten die strikte Einhaltung der Hygiene noch stärker kontrollieren. Die Jäger forderte er dazu auf, das Auftreten von Fallwild der jeweils zuständigen Behörde zu melden und Proben im Landesuntersuchungsamt untersuchen zu lassen.

Der Westerwaldkreis sieht sich für einen möglichen Ausbruch gerüstet. „Der Fall zeigt, dass sich die Seuche schlagartig über große Entfernungen verbreiten kann, wenn der Übertragungsfaktor Mensch im Spiel ist“, teilte Amtstierarzt Wolfram Blecha, Leiter der Veterinärabteilung der Kreisverwaltung, mit. „Wir sind vorbereitet, sollte die ASP auch bei uns auftreten.“

(dpa)