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Land kämpft gegen Telekom-Pläne

 Rheinland-Pfalz will sich die von der Telekom geplante Versetzung hunderter von Mitarbeitern nicht bieten lassen und denkt sogar über eine Bundesratsinitiative nach. Foto: dpa
Rheinland-Pfalz will sich die von der Telekom geplante Versetzung hunderter von Mitarbeitern nicht bieten lassen und denkt sogar über eine Bundesratsinitiative nach. Foto: dpa
Mainz. Die rheinland-pfälzische Landesregierung will Widerstand gegen die Umbaupläne der Deutschen Telekom im Land leisten. Hunderte Arbeitsplätze an sechs Standorten würden voraussichtlich in andere Bundesländer verlagert, etwa nach Frankfurt am Main oder Bonn, teilte Arbeitsministerin Malu Dreyer (SPD) am Freitag in Mainz mit Von dpa-Mitarbeiter Jan Brinkhus

Mainz. Die rheinland-pfälzische Landesregierung will Widerstand gegen die Umbaupläne der Deutschen Telekom im Land leisten. Hunderte Arbeitsplätze an sechs Standorten würden voraussichtlich in andere Bundesländer verlagert, etwa nach Frankfurt am Main oder Bonn, teilte Arbeitsministerin Malu Dreyer (SPD) am Freitag in Mainz mit. "Für die Telekom-Beschäftigten in Rheinland- Pfalz ist dieses Vorhaben eine Katastrophe." Ein Telekom-Sprecher sagte, das Land bleibe ein wichtiger Standort für das Unternehmen. Die Deutsche Telekom AG hatte Ende September angekündigt, ihre beiden Bereiche Geschäftskunden-Service und -Vertrieb sowie IT neu zu strukturieren. Bis Ende 2012 sollen bundesweit neun Vertriebs- und Service-Zentren sowie zusätzliche 28 Vertriebsbüros aufgebaut werden. Alle Arbeitsplätze bleiben nach Angaben des Unternehmens erhalten, rund 5000 Mitarbeiter müssten aber den Arbeitsort wechseln (wir berichteten). Die Umbaupläne betreffen in Rheinland-Pfalz nach Angaben von Arbeitsministerin Dreyer die Städte Trier, Koblenz, Neustadt/Weinstraße, Mainz, Bad Kreuznach und Kaiserslautern. Ein Telekom-Sprecher sprach von "wenigen hundert Beschäftigten". Die Telekom werde aber auch nach dem Umbau mit 4000 bis 5000 Mitarbeitern in Rheinland-Pfalz vertreten sein, kein Standort werde komplett aufgegeben. Die Mitarbeiter hätten in der Vergangenheit immer wieder Umbauten des Konzerns mitgetragen und dabei empfindliche Einbußen hingenommen, sagte hingegen die Ministerin. "Aber jetzt ist die Schmerzgrenze erreicht." Die Landesregierung werde unter anderem das Gespräch mit dem Telekom-Vorstand suchen und sich an Aktionen der Gewerkschaften beteiligen. Geplant ist auch eine rheinland-pfälzische Bundesratsinitiative.