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Land förderte Ryanair-Schulungen

Hahn/Mainz. Schulungen des irischen Billigfliegers Ryanair sind auf dem Hunsrück-Flughafen Hahn indirekt mit Landesmitteln unterstützt worden. Der Flughafen und das rheinland-pfälzische Arbeitsministerium in Mainz bestätigten gestern einen entsprechenden Rundfunk-Bericht

Hahn/Mainz. Schulungen des irischen Billigfliegers Ryanair sind auf dem Hunsrück-Flughafen Hahn indirekt mit Landesmitteln unterstützt worden. Der Flughafen und das rheinland-pfälzische Arbeitsministerium in Mainz bestätigten gestern einen entsprechenden Rundfunk-Bericht. Zwischen 2001 und 2003 seien mit 1,8 Millionen Euro Schulungen für rund 100 Piloten und Flugbegleiter gefördert worden. Ministerium und Flughafen wiesen auf Anfrage den Vorwurf zurück, es habe sich um unerlaubte Subventionen gehandelt. Sie bezeichneten die Unterstützung als übliche arbeitsmarktpolitische Maßnahme zur Schaffung von Arbeitsplätzen. Zudem habe Ryanair eine Gegenleistung erbracht. Direkter Empfänger der Fördermittel war die Hahn Campus Management GmbH (HCM), eine Tochter der Flughafen Frankfurt Hahn GmbH. Eine Flughafensprecherin sagte gestern, HCM habe damals Schulungen organisiert und dafür Fachleute eingekauft - in diesem Fall von Ryanair. Sie sei damals die einzige Fluggesellschaft auf dem Hahn gewesen, die Personal eingestellt habe. Die meisten Schulungsteilnehmer seien daher von Ryanair übernommen worden, obwohl sie für den allgemeinen Arbeitsmarkt ausgebildet worden seien. "Wären andere Gesellschaften dagewesen, hätten sie genauso profitiert", sagte die Sprecherin. Sie bestätigte, dass die Schulungen insgesamt fast vier Millionen Euro kosteten. Eine Ministeriumssprecherin sagte, mit den Fördermitteln sei die Entwicklung des früheren US-Militärflughafens Hahn unterstützt worden. Das Land habe zwischen 2000 und 2007 insgesamt 132 ähnliche Maßnahmen in ganz Rheinland-Pfalz mit zusammen 20 Millionen Euro gefördert. Die Unterstützung für den Hahn habe sich gelohnt - es gebe dort heute 3250 Arbeitsplätze. Dem Bericht zufolge ist unklar, ob für die Schulungen tatsächlich vier Millionen Euro nötig waren. Nach Angaben der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (UFO) koste die Ausbildung eines Flugbegleiters etwa zwei- bis fünftausend Euro. Europarechtlich erscheine die indirekte Unterstützung für Ryanair fragwürdig. Ausbildungsbeihilfen müssten in Brüssel angemeldet werden, wenn sie höher als eine Million Euro seien. Das Arbeitsministerium habe das Projekt in vier Maßnahmen gefördert. Doch selbst bei geringfügigen Beträgen gelten Beihilfen im Transportsektor als meldepflichtig. dpa