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Corona-Krise
Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz sollen enger zusammenarbeiten

 Nachdenkliche Miene bei Gesundheits-  ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD).    Foto: Arnold/dpa
Nachdenkliche Miene bei Gesundheits- ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD). Foto: Arnold/dpa FOTO: dpa / Andreas Arnold
Mainz. In den fünf Versorgungsregionen mit den Zentren Mainz, Ludwigshafen, Koblenz, Trier und Kaiserslautern sollen die jeweils größten Kliniken die Versorgung der Corona-Patienten koordinieren.

(epd) In der Corona-Krise sollen die rheinland-pfälzischen Krankenhäuser enger zusammenarbeiten. In den fünf Versorgungsregionen des Landes mit den Zentren Mainz, Ludwigshafen, Koblenz, Trier und Kaiserslautern sollen die jeweils größten Krankenhäuser die Versorgung der Covid-19-Patienten koordinieren.

Alle Krankenhäuser müssten mit stark ansteigenden Patientenzahlen rechnen, sagte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler am Donnerstag in Mainz. Regionale Allianzen seien nötig, da die jetzt anstehenden Fragen einzelne Kliniken überfordern würde.

In Rheinland-Pfalz gibt es mittlerweile 1873 Personen mit bestätigter Coronavirus-Infektion, am stärksten betroffen sind die Landkreise Mayen-Koblenz mit 188 und Bad Dürkheim mit 118 Fällen. Landesweit 46 Erkrankte müssen zurzeit intensivmedizinisch versorgt werden. Aktuell werden auch fünf Patienten aus dem besonders stark von der Pandemie betroffenen französischen Elsass in Rheinland-Pfalz behandelt.



Den von einigen Kommunen bereits begonnenen Aufbau von Not- und Behelfskrankenhäusern – das Saarland etwa baut aktuell Sporthallen zu Corona-Notzentren um – hielt die Ministerin unverändert nicht für notwendig: „Die Patienten, die stationär behandelt werden müssen, können Sie unseres Erachtens nicht in Turnhallen auf Feldbetten behandeln.“

Durch den Verzicht auf planbare Operationen und die begonnene Aufstockung der Intensivbetten und Beatmungsplätze gebe es grundsätzlich ausreichende Kapazitäten, die Intensivstationen hätten sich in den vergangenen Tagen deutlich geleert, um auf die Covid-19-Pandemie vorbereitet zu sein, sagte die Ministerin.

Nach den Plänen des Landes sollen sich die Krankenhäuser im Land möglichst bei der Aufnahme von Patienten abstimmen und bei der Beschaffung von Schutzausrüstungen und Materialien kooperieren. Sollten an einzelnen Kliniken mehr als 80 Prozent der vorgehaltenen Plätze belegt sein, soll ein „Frühwarnsystem“ greifen.

Einige Krankenhäuser, etwa in Ingelheim, Bingen, Gerolstein und Bendorf sollen künftig sogar ausschließlich Corona-Fälle behandeln. Das Netzwerk-Konzept sei mit der rheinland-pfälzischen Krankenhaus-Gesellschaft abgestimmt.