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Viele Fragen sind noch offen
Kitas verunsichert wegen Masern-Impfpflicht

 Ab März gilt die neue Impfpflicht für Masern.
Ab März gilt die neue Impfpflicht für Masern. FOTO: dpa-tmn / Friso Gentsch
Mainz. Träger von Kitas und Grundschulen in Rheinland-Pfalz verlangen Klarheit über das neue Gesetz. Längst nicht alle Kinder sind gegen Masern geimpft. Droht deren Eltern nun eine Strafe?

(wie/red) Die Träger von Kitas und Grundschulen sehen der Masern-Impfpflicht ab kommendem März mit gemischten Gefühlen entgegen. Von da an müssen Kinder – bevor sie in den Kindergarten aufgenommen beziehungsweise eingeschult werden – gegen die Virus-Erkrankung geimpft sein. Falls nicht, können sie vom Kita-Besuch ausgeschlossen werden. Eltern von Grundschülern droht dann eine Geldstrafe in Höhe von bis zu 2500 Euro.

Und genau darin sehen Kita-Träger ein Problem. Es sei noch nicht geklärt, was genau geschehe, wenn Eltern keinen Impfnachweis bei der Kita-Anmeldung vorlegten, sagt etwa Pia Khoilar von der katholischen Kita gGmbH. Rund 13 000 Kinder werden in den 151 Einrichtungen der Kita gGmbH betreut. Viele Eltern lehnten Impfungen aus ideologischen Gründen ab. Was geschehe dann mit dem Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz, fragt Khoilar. Eine Frage, die auch die Kommunen im Land umtreibt. Es müsse geklärt werden, ob der garantierte Kita-Platz für ein ungeimpftes Kind für das gesamte Jahr verfällt oder nur solange, bis ein Impfnachweis vorgelegt werde, heißt es beim rheinland-pfälzischen Gemeinde- und Städtebund. Genau wie Pia Khoilar von der Kita gGmbH warnen die Kommunen davor, die Kosten für den höheren Aufwand durch die Impfpflicht allein den Trägern aufzubürden.

Die von der Weltgesundheitsorganisation geforderte Impfquote von mindestens 95 Prozent wird in etlichen Regionen in Rheinland-Pfalz nicht erreicht. Noch wissen viele kommunale Träger nicht, wie sie die Impfpflicht in der Praxis umsetzen werden.