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Khan A. entzieht sich erneut der Justiz
Khan A. ist mal wieder abgetaucht

Trier. Der Afghane könnte jetzt abgeschoben werden — wenn er denn zu greifen wäre.

Der als „Prümer Taliban“ bekannt gewordene afghanische Asylbewerber Khan A. ist vor seiner für gestern angesetzten Verhandlung am Trierer Verwaltungsgericht erneut abgetaucht und so einer drohenden Abschiebung vorerst entgangen. Das erfuhr unsere Zeitung aus gut unterrichteten Kreisen. Damit ist das seit Jahren andauernde juristische Tauziehen um den jungen Mann, der sich fälschlicherweise selbst der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung bezeichnet hatte, um der Abschiebung zu entgehen, um eine weitere Facette reicher.

Wie wir gestern berichteten, hatte der zeitweise in Prüm lebende junge Mann gegen seinen im vergangenen Jahr vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge abgelehnten Asylantrag geklagt. Im Februar wurde das Verfahren durch das Trierer Verwaltungsgericht eingestellt, weil sich Khan A. trotz Aufforderung nicht mehr gemeldet hatte. Er sollte danach in seine Heimat abgeschoben werden.

Dazu kam es allerdings nicht, weil der junge Afghane in der Zwischenzeit untergetaucht war. Unter einer falschen Identität stellte er schließlich in Frankreich einen neuen Asylantrag. Khan A. wurde von den dortigen Behörden nach Deutschland überstellt und hier in Abschiebehaft genommen.



Weil der Anwalt des jungen Afghanen erfolgreich die Fortsetzung des zuvor eingestellten Verfahrens beim Trierer Verwaltungsgericht beantragt hatte, wurde Khan A. wieder aus der Sicherungshaft entlassen. Gestern sollte nun endlich über die Klage des 23-Jährigen verhandelt werden. Nach Angaben eines Gerichtssprechers hatte aber Khans Verteidiger die Klage inzwischen zurückgenommen. Damit könnte der im Juni 2015 über den Iran und die Türkei nach Deutschland geflüchtete Afghane eigentlich abgeschoben werden. Angeblich gab es dafür auch schon einen Termin, verlautete gestern aus Behördenkreisen. Doch inzwischen ist Khan A. abermals abgetaucht.