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Kaum Hoffnung für Wasserturm

Der Fehrbacher Wasserturm ist ein Blickfang und als solcher vor allem vielen Verkehrsteilnehmern bekannt. Foto: Erik Stegner
Der Fehrbacher Wasserturm ist ein Blickfang und als solcher vor allem vielen Verkehrsteilnehmern bekannt. Foto: Erik Stegner
Fehrbach. "Wer den Wasserturm für einen Euro kaufen möchte, der kriegt ihn", versichert Klaus Kreibich. Der Geschäftsführer der Stadtwerke Pirmasens war zur Sitzung des Fehrbacher Ortsbeirates eingeladen, um über das neue Wasserkonzept der Stadt zu berichten. Im Vorfeld hatten Aussagen von Kreibich für Aufregung im Pirmasenser Vorort gesorgt

Fehrbach. "Wer den Wasserturm für einen Euro kaufen möchte, der kriegt ihn", versichert Klaus Kreibich. Der Geschäftsführer der Stadtwerke Pirmasens war zur Sitzung des Fehrbacher Ortsbeirates eingeladen, um über das neue Wasserkonzept der Stadt zu berichten. Im Vorfeld hatten Aussagen von Kreibich für Aufregung im Pirmasenser Vorort gesorgt. Er hatte erklärt, dass das Wahrzeichen in zwei Jahren abgerissen werden könnte.Die Modernisierung der Wasserleitungen und der gesunkene Wasserbedarf machen den Turm für die Trink- und Löschwasserversorgung bald überflüssig. Bis spätestens 2013 werde der 31 Meter hohe Wasserbehälter, der der Stadt gehört, stillgelegt, so Kreibich. Allein die Sanierungskosten im Außenbereich würden mit 750 000 Euro zu Buche schlagen. Zu den Kosten einer Innensanierung gebe es keine Schätzungen. "Die wäre aber auch sehr teuer", erklärte Kreibich. Als weiteren Grund für den Wegfall des Turms nannte er den unbefriedigenden Wasserdurchfluss in Richtung Thaleischweiler-Fröschen. Der Wert sei inakzeptabel hoch. Je länger das Wasser stagniere, desto höher sei die Gefahr von Keimen. Auf Nachfrage von Ratsmitglied Maria-Luise Hehner (Wählerblock) versicherte Kreibich, dass es seit Inbetriebnahme vor 53 Jahren noch nie zu Gesundheitsgefährdungen kam.

Stellung bezog der Geschäftsführer im Rat auch zu den Abrissgerüchten, ließ sich aber bei seinen Ausführungen eine Hintertür offen. Der Turm werde 2013 definitiv nicht abgerissen, das habe er so auch nie gesagt. Dass in den Finanzplanungen Gelder für einen eventuellen Abriss eingestellt seien, bedeute nicht automatisch, dass dies auch geschehe.

Auf der anderen Seite sei klar, dass, wenn ein Gebäude nicht mehr gebraucht werde, das Gelände wieder in seinen Ursprung versetzt werden müsse. Schließlich hafte er für die Stand- und Verkehrssicherheit, erklärte der Stadtwerkechef. Akute Einsturzgefahr bestehe nicht. Niemand wisse, wie die Lage in einigen Jahren aussehe. Probleme gebe es durch herabfallende Glasbausteine, weshalb das Gelände unter dem Turm eingezäunt wurde. Auch die Lichtstrahler würden so vor Vandalismus geschützt.



Zwar hätten sich bezüglich des wahrscheinlichen Abrisses Interessenten gemeldet, eine Nutzung als Wohnung sei aber schon aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen ausgeschlossen. Auch als Funkturm oder Antennen-Station werde er nicht benötigt. Ratsmitglied Hermann Kölsch (CDU) fragte nach, ob es für einen eventuellen Bestandsschutz Zuschüsse vom Land geben könne. Kreibich machte wenig Hoffnung. Stadtplaner Karsten Schreiner erklärte auf Nachfrage: Ein Antrag auf Denkmalschutz sei nicht gestellt. Maria-Luise Hehner (FWB) kritisierte, dass niemand über die beabsichtigte Stilllegung informiert worden sei. Kreibich erklärte, es habe sich um interne Beschlüsse gehandelt, die nicht in die Öffentlichkeit gehörten. est