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Kriminalitäts-Statistik Rheinland-Pfalz 2018 vorgestellt
Niedrigste Zahl von Gewalttaten seit 1997

 „Es besteht keinerlei Veranlassung, die Bevölkerung zu verunsichern oder gar gegen bestimmte Täter und Tätergruppen aufzuwiegeln“, sagte Justizminister Herbert Mertin (Archivbild). „Das Risiko, in Rheinland-Pfalz Opfer einer schweren Straftat zu werden, ist und bleibt sehr gering.“
„Es besteht keinerlei Veranlassung, die Bevölkerung zu verunsichern oder gar gegen bestimmte Täter und Tätergruppen aufzuwiegeln“, sagte Justizminister Herbert Mertin (Archivbild). „Das Risiko, in Rheinland-Pfalz Opfer einer schweren Straftat zu werden, ist und bleibt sehr gering.“ FOTO: dpa / Uwe Anspach
Mainz. Insgesamt ist die Zahl der Verurteilungen wegen Straftaten in Rheinland-Pfalz 2018 allerdings leicht gestiegen.

Straftaten im Straßenverkehr, Widerstand gegen Polizisten und Sanitäter sowie Sexualdelikte haben letztes Jahr zu einem leichten Anstieg bei der Zahl der Verurteilungen in Rheinland-Pfalz geführt. Die Strafgerichte verurteilten 2018 insgesamt 32 408 Menschen, 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr, aber deutlich weniger als im Spitzenjahr 2005 (43 528). Die Zahl der Gewaltverbrechen (Mord, Totschlag, Raub, Körperverletzung) war so niedrig wie zuletzt 1997, berichtete Justizminister Herbert Mertin (FDP) am Mittwoch in Mainz. Rückgänge habe es vor allem bei Körperverletzung und Raub gegeben.

Wegen Mordes wurden vier Menschen verurteilt (sechs weniger als 2017), wegen versuchten Mordes drei (plus 2) und wegen Totschlags 14 (minus 9).

Weiterhin rückläufig ist die Jugendkriminalität. 1462 Jugendliche kassierten eine Strafe, zwei weniger als 2017, ein neuer Tiefstand – und 25 Prozent weniger als 2014.



Mehr als jeder vierte Verurteilte beging eine Straftat im Straßenverkehr – oft Trunkenheit oder Unfallflucht. Die Straßenverkehrsdelikte standen damit erstmals wieder seit 2009 auf Platz eins der verurteilten Straftaten – vor der Deliktgruppe „Betrug, Hehlerei, Untreue“.

Einen Zuwachs gab es zudem bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, um 25 auf 374 Verurteilte (darunter zwölf Frauen). Die hohen Werte der Jahre 2007 bis 2009 mit je rund 500 Urteilen wurden aber nicht erreicht.

Urteile wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte nahmen im Jahresvergleich um 64 auf 315 zu. Dabei wurden erstmals auch 16 Menschen verurteilt, weil sie Widerstand gegen Menschen geleistet hatteb, die Vollstreckungsbeamten gleichstehen, also etwa Rettungssanitäter.

Von den Verurteilten waren 9174 Ausländer oder Staatenlose, vor allem wegen Straftaten im Straßenverkehr, Diebstahl und Betrug. Ihr Anteil an allen Verurteilten lag bei 28,3 Prozent, nach 26,4 im Vorjahr.