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Junge Liberale über Ampelkoalition: „Verkaufen uns nicht“

Mainz. Die FDP-Jugend Rheinland-Pfalz unterstützt eine Ampelkoalition. Aber nicht um jeden Preis, macht ihr Chef Steven Wink deutlich. Der frühere FDP-Fraktionschef Werner Kuhn ist zuversichtlich, dass es zum Bündnis kommt. Agentur

Die Jungen Liberalen (JuLi) Rheinland-Pfalz stehen einer Ampelkoalition positiv gegenüber, warnen aber vor einem Automatismus. "Ich war dafür, dass man Gespräche aufnimmt", sagte der JuLi-Landesvorsitzende Steven Wink der Deutschen Presse-Agentur in Mainz . "Man muss schauen, dass man größtmöglich sein Programm umgesetzt bekommt." Der Pirmasenser betonte aber: "Wir haben auch gesagt, wir haben alle Zeit der Welt. Wir verkaufen uns da nicht." Eine "rote Linie" für die Koalitionsverhandlungen wolle er nicht ziehen. SPD , FDP und Grüne beraten derzeit über das erste Ampelbündnis in Rheinland-Pfalz.

Der Chef der FDP-Jugendorganisation sieht die Ampel mit dem Ende der früheren klassischen Lager als Chance für die Liberalen. "Die Parteienlandschaft wird sich, wenn sich die AfD dann etablieren sollte, insoweit verändern, dass es künftig auch zu Dreierbündnissen kommen wird", sagte der 31-Jährige. Zweierbündnisse reichten teilweise nicht mehr für die Regierungsbildung. Die FDP schaffte bei der Landtagswahl am 13. März nach fünf Jahren den Wiedereinzug ins Mainzer Parlament. Wink zählt zu den sieben Abgeordneten der Liberalen.

Der frühere FDP-Landesvorsitzende Rainer Brüderle wollte sich auf Anfrage nicht zu den Koalitionsverhandlungen äußern. Vor der Bundestagswahl 2013 hatte der damalige Spitzenkandidat ein Ampelbündnis im Bund ausgeschlossen und darauf verwiesen, dass es keine gemeinsame Basis gebe.

Der langjährige FDP-Landtagsfraktionschef Werner Kuhn sieht gute Chancen für ein Zustandekommen der Ampelkoalition . "Ich denke, dass die Verhandlungen zum Erfolg führen werden", sagte Kuhn. Dies hängt nach seiner Ansicht vor allem von den Grünen ab. "Ich habe den Eindruck, dass sie ihre Lage richtig einschätzen und pragmatisch genug sind und realpolitisch auf dem richtigen Weg sind."