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Junge kritisiert umstrittene Holocaust-Rede

Berlin/Mainz. Mit Äußerungen zum Holocaust hat Thüringens AfD-Chef Björn Höcke für scharfen Gegenwind gesorgt. Auch sein Parteikollege Uwe Junge kritisiert ihn, zugleich verteidigt er aber auch einige Ansichten Höckes. Agentur

Der rheinland-pfälzische AfD-Vorsitzende Uwe Junge hat seinen Thüringer Kollegen Björn Höcke wegen des Tons und der Thematik seiner umstrittenen Rede zum Holocaust-Gedenken kritisiert. "Ich würde mir wünschen, dass er dieses sensible Thema mit deutlich mehr Sorgfalt behandeln würde", sagte der Landes- und Fraktionschef gestern im Deutschlandfunk . "Diese Ausflüge in die Zeit des Dritten Reichs sind absolut kontraproduktiv."

Junge bedauert nach eigenen Angaben die Tonalität von Höckes Aussage. "Sie bringt die AfD in ein Licht, in das sie nicht gehört", erklärte er per Mitteilung der AfD-Fraktion. "Zudem besteht darin auch kein Zusammenhang mit unserem Parteiprogramm."

Höcke hatte offensichtlich mit Blick auf das Holocaust-Mahnmal in Berlin während einer Veranstaltung in Dresden gesagt: "Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat." Höcke wies später "bösartige und bewusst verleumdende Interpretationen" seiner Rede zurück. Er habe "den Holocaust , also den von Deutschen verübten Völkermord an den Juden, als Schande für unser Volk bezeichnet".



Junge pflichtete dieser Interpretation bei. "Der AfD-Landesverband und die AfD-Fraktion in Rheinland-Pfalz halten es für richtig, mit dem Holocaust-Mahnmal an die Verbrechen des Naziregimes an Juden und andere verfolgte Minderheiten zu erinnern, einem Schandfleck in der deutschen Geschichte, zu dem wir stehen", teilte er mit. "Gleichzeitig dürfen wir uns aber in der differenzierten Auseinandersetzung mit unserer Vergangenheit auch an helle Phasen erinnern (. . .)."