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Bislang einmaliger Fall in Rheinland-Pfalz
Intersexueller verklagt Trier wegen Benachteiligung

FOTO: dpa / Britta Pedersen
Trier. Kommune veröffentlicht Stellenausschreibung ohne drittes Geschlecht. Das kostet sie am Ende bei einem Vergleich 1000 Euro. Von Rolf Seydewitz

(sey) Premiere in Rheinland-Pfalz: Weil er in einer Stellenanzeige der Stadt Trier seiner Ansicht nach diskriminiert worden ist, hat ein Intersexueller 1000 Euro Schadenersatz bekommen. Auf diesen Vergleich hätten sich Kläger und Vertreter der Stadt geeinigt, sagte die Direktorin des Trierer Arbeitsgerichts, Uta Lenz, auf Anfrage unserer Zeitungsgruppe.

Die Kommune sei verklagt worden, weil in einer städtischen Stellenanzeige für einen Sachbearbeiter Inklusion nur weibliche (w) und männliche (m) Bewerber angesprochen wurden, nicht aber diverse (d).

Mit dem Eintrag divers können sich seit dem vergangenen Jahr Menschen registrieren lassen, die sich nicht nur einem Geschlecht zugehörig fühlen. Nach Schätzungen gibt es zwischen 80 000 und 160 000 intersexuelle Menschen in Deutschland.



Laut der Mainzer Familien-Staatssekretärin Christiane Rohleder war es das erste Mal, dass ein solcher Fall vor einem rheinland-pfälzischen Arbeitsgericht verhandelt wurde.