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Weinbau
Mehr Drohnen statt Helikopter im Weinberg

 Alternative zum Helikopter: Drohnen sollen verstärkt bei der Weinbergsspritzung eingesetzt werden.  Foto: dpa
Alternative zum Helikopter: Drohnen sollen verstärkt bei der Weinbergsspritzung eingesetzt werden. Foto: dpa FOTO: dpa / Fabian Sommer
Bernkastel-Kues/Mainz . Mainz rechnet in „zwei, drei Jahren“ mit einem standardmäßigen Einsatz der Fluggeräte in Steillagen. Von Florian Schlecht und Peter Zschunke (dpa)

() Der Schock saß tief im Mosel-Ort Senheim, als im Juli 2016 ein Hubschrauber bei Weinbergsspritzungen abstürzte. Der Helikopter krachte in einen Weinberg, rutschte eine Böschung hinunter und blieb auf der Nebenstraße eines Wohngebiets zerstört liegen. Der Pilot hatte Glück: Er wurde nur leicht verletzt.

Neben der Gefahr des Absturzes beklagen Anwohner in Steillagen-Nähe häufig den knatternden Lärm der Hubschrauber, der ihnen Schlaf und Nerven raubt. 53 Beschwerden sind landesweit zwischen den Jahren 2015 und 2018 bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier eingegangen. Das zeigt die Antwort des rheinland-pfälzischen Verkehrsministeriums auf eine Anfrage des FDP-Abgeordneten Marco Weber. Er setzt sich dafür ein, in den Steillagen mehr Drohnen einzusetzen und Winzern den Zugang zu der Technologie zu ermöglichen.

„Wir wollen den Winzern helfen, zukünftig auf den teuren Einsatz eines Hubschraubers verzichten zu können. Der Einsatz der Heilkopter ist außerdem sehr laut und kilometerweit zu hören“, sagt Weber.



Verkehrsstaatssekretärin Daniela Schmitt (FDP) brachte am Freitag gute Nachrichten in den Landtag: Sie rechne damit, dass die Weinberge an Mosel, Rhein und Ahr in „zwei, drei Jahren“ standardmäßig mit Drohnen gegen Pilzkrankheiten geschützt werden können. Wenn die gegenwärtigen Untersuchungen mit dieser Technik zum Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln abgeschlossen seien, werde der großflächige Einsatz von Drohnen in den Steillagen von Weinbergen möglich.

Mit der Unterstützung von Spritzdrohnen wolle die Landesregierung „ganz klar einen Beitrag zur Erhaltung dieser wunderbaren Kulturlandschaft leisten“ und die Winzer in ihrer schweren Arbeit unterstützen, sagte Schmitt. Um die Zulassung nach dem Luftfahrtrecht kümmere sich der Landesbetrieb Mobilität (LBM), um die pflanzenrechtlichen Bestimmungen die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD).

Seit 2011 werde am Einsatz von Drohnen im Weinberg am Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum in Bernkastel-Kues geforscht, „wir kommen aber bis heute nicht richtig weiter“, sagt Arnold Schmitt (CDU).

Drohnen könnten im Vergleich zu den bisher eingesetzten Hubschraubern Spritzmittel gezielter einsetzen und daher die Menge reduzieren, sagte der SPD-Abgeordnete Wolfgang Schwarz. Ebenso könnten Drohnen auch andere Aufgaben im Weinberg übernehmen – wie das Gewinnen frühzeitiger Erkenntnisse zu Wachstum und Reife oder möglichem Düngebedarf im Wingert.

Mit den Stimmen aller Fraktionen wurden zwei Anträge zum Steillagenweinbau – der eine von den Ampelfraktionen, der andere von der CDU – in den Fachausschuss überwiesen. Beide Anträge nennen auch die Unterstützung für neu gezüchtete Rebsorten, die als pilzwiderstandsfähige „Piwi-Sorten“ mit deutlich weniger Pflanzenschutzmitteln auskommen.