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Landtagsmehrheit lehnt AfD-Antrag ab
In Rheinland-Pfalz wird Wolf nicht gejagt

Der Wolf ist zurück in heimischen Wäldern, gejagt soll er in Rheinland-Pfalz aber nicht werden, hat die Landtags-Mehrheit beschlossen.
Der Wolf ist zurück in heimischen Wäldern, gejagt soll er in Rheinland-Pfalz aber nicht werden, hat die Landtags-Mehrheit beschlossen. FOTO: dpa / Carsten Rehder
Mainz. Der Manzer Landtag hält am Managementplan fest und lehnt den Antrag der AfD-Fraktion mehrheitlich ab. CDU-Politiker Michael Billen warnt: Der Wolf ist kein Kuscheltier, sondern ein Raubtier.

Der Wolf wird auch künftig in Rheinland-Pfalz nicht ins Jagdrecht aufgenommen werden, um ihn leichter jagen zu können. Die Mehrheit des Landtags aus SPD, FDP, Grünen und CDU stimmte am Donnerstagabend in Mainz gegen einen Antrag der AfD.

Der AfD-Umweltpolitiker Jürgen Klein forderte die Einstufung des geschützten Wolfes als jagbares Tier, um regulierende Eingriffe einleiten zu können. Ein alternativer Antrag der CDU, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen und damit auffällige Wölfe bejagen zu können, bekam ebenfalls keine Mehrheit. Der CDU-Jagdpolitiker Michael Billen sagte: „Der Wolf ist kein Kuscheltier, sondern ein Raubtier.“

Umweltstaatssekretär Thomas Griese (Grüne) wies darauf hin, dass „Problemwölfe“ in Rheinland-Pfalz bereits jetzt getötet werden könnten – zum Beispiel wenn sie ständig geschützte Nutztiere töteten oder sich mehrfach Menschen näherten. Das sei im Wolfsmanagementplan festgelegt. „Problemwölfe sind zu entfernen“, sagte Griese. Es gebe eine Zusammenarbeit mit Baden-Württemberg, Hessen und dem Saarland für den Ernstfall.



Billen warnte, das Eigentumsrecht müsse beachtet werden, falls ein „Problemwolf“ nicht im Staatswald getötet werde. Die FDP-Fraktion lehnte den CDU-Antrag ab, die Landespartei hatte einem ähnlichen Antrag beim Parteitag im April aber zugestimmt.

Seit der Jahrtausendwende vermehren sich die Wölfe wieder in Deutschland. Die größten Populationen leben derzeit in Ostdeutschland und Niedersachsen. In Rheinland-Pfalz wurden bisher nur vereinzelt Wölfe nachgewiesen. Ein weibliches Tier hatte im März bei Leutesdorf im Kreis Neuwied Damwild gerissen und im April im Kreis Neuwied ein Reh.