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Bericht des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen
In Rheinland-Pfalz haben Grundschüler Probleme

 Die Mainzer   Bildungs­ministerin   Stefanie Hubig.
Die Mainzer Bildungs­ministerin Stefanie Hubig. FOTO: picture alliance / dpa / Andreas Arnold
Mainz/Berlin. Beim Zuhören und Lesen schneiden Grundschüler in Rheinland-Pfalz besonders schlecht ab. Die Leistungen in Mathe sind näher am Bundesschnitt.

(dpa) Mit dem Zuhören haben Grundschüler in Rheinland-Pfalz Probleme – zumindest legt dies der neue IQB-Bildungstrend nahe, den das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen der Humboldt-Universität am Freitag in Berlin veröffentlicht hat. Auch beim Lesen liegen die Viertklässler zwischen Pfalz und Westerwald deutlich unter dem Bundesschnitt.

Etwas besser sieht es bei Rechtschreibung und Mathematik aus. Aber „natürlich sind wir mit diesem Ergebnis nicht zufrieden“, erklärte die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) und kündigte an, die Ergebnisse demnächst im Bildungsausschuss des Mainzer Landtags zu besprechen.

Beim Zuhören im Fach Deutsch erreichen 12,6 Prozent der Grundschüler in der vierten Klasse nicht den Mindeststandard. Damit ist „ein definiertes Minimum an Kompetenzen“ gemeint, „das alle Schülerinnen und Schüler bis zu einem bestimmten Bildungsabschnitt erreicht haben sollten“. Der Mindeststandard liegt unter dem Regel- und weit unter dem Optimalstandard. Schlechter schneiden beim Zuhören nur die Schüler in Sachsen-Anhalt (13,2), Berlin (15,6) und Bremen (20,8) ab. In Rheinland-Pfalz haben sich die Kompetenzen in dieser Kategorie seit 2011 verschlechtert.



Beim Lesen erreichen 13,8 Prozent der Viertklässler nicht den Mindeststandard. Damit liegt Rheinland-Pfalz im unteren Drittel der Bundesländer – schwächer sind nur die Schüler in Hamburg (14,2), Nordrhein-Westfalen (15,7), Berlin (20,0) und Bremen (25,5).

Bei der Rechtschreibung liegt der Anteil der rheinland-pfälzischen Schüler, die den Mindeststandard nicht erreichen, mit 23,4 Prozent etwas über dem Bundesdurchschnitt (22,1 Prozent). In der Mathematik haben die Viertklässler die Linie des Bundesschnitts fast erreicht: 15,8 Prozent verfehlen in Rheinland-Pfalz den Mindeststandard – bundesweit sind es 15,4 Prozent.

„Wir werden genau analysieren, wo es welche Defizite gibt, und prüfen, wie wir die Grundschulen zusätzlich unterstützen können“, kündigte Ministerin Hubig an. Allerdings könne ein solcher Leistungsvergleich immer nur einen kleinen Ausschnitt von dem abbilden, was Schule insgesamt ausmache.

„Die Ergebnisse der IQB-Studie müssen aufrütteln“, erklärte die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Anke Beilstein. Die Landesregierung müsse sicherstellen, dass Grundschüler den vorgesehenen Unterricht erhielten, und für eine entsprechende Versorgung mit Lehrern sorgen.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) sieht sich durch die Ergebnisse der Studie bestärkt in seiner Haltung, dass im Grundschulbereich mehr getan werden muss, um die Schulleistung verbessern zu können. „Die Rahmenbedingungen für das Lernen in der Grundschule müssen besser werden“, sagte VBE-Landesgeschäftsführer Hjalmar Brandt.

(dpa)