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Monatelanger Konflikt bald beigelegt?
Einvernehmen im Streit um Kirchenasyl in Sicht

Kirchberg. Im monatelangen Konflikt um das Kirchenasyl für sieben Flüchtlinge im Hunsrück zeichnet sich eine Verständigung ab. Der Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises, Marlon Bröhr (CDU), sagte am Montag, er freue sich sehr, „dass es jetzt eine Kooperationsbereitschaft gibt seitens der Kirche, eine Überstellung nach Italien freiwillig zu organisieren“.

In der Nacht zu Montag endete eine Anweisung des Mainzer Integrationsministeriums, bei der vorgesehenen Rückführung nach Italien auf polizeilichen Zwang zu verzichten (wir berichteten).

Die Geflüchteten sollen nach Italien abgeschoben werden, wo sie nach ihrer Flucht aus dem Sudan zuerst registriert worden waren. Dies entspricht den Bestimmungen des Dublin-Abkommens der EU. Flüchtlingshelfer befürchten, dass die Menschen in Italien dann ohne jede Unterstützung auf der Straße leben müssten.

Die Evangelische Kirche im Rheinland hat mehr Zeit erbeten, um eine freiwillige Rückkehr zu ermöglichen. Die Diakonie der italienischen Waldenser-Kirche hat sich grundsätzlich zu einer Betreuung der Menschen bereiterklärt, benötigt vorher aber noch Informationen zum asylrechtlichen Status der Betroffenen in Italien. „Es muss klar sein, in welchem Rechtsstatus sich die Menschen befinden“, sagte gestern ein Kirchen-Sprecher.



(dpa)