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Höfken: Nationalpark wird „Landschaft ursprünglicher Wildnis“

Deuselbach/Mainz. Der erste Nationalpark in Rheinland-Pfalz und im Saarland wird am Pfingstsamstag am Erbeskopf im Hunsrück eröffnet. Die rot-grüne Landesregierung in Mainz hatte das Projekt vor vier Jahren auf den Weg gebracht. In einem langen Abstimmungsprozess haben die Menschen vor Ort am Nationalpark Hunsrück-Hochwald mitgewirkt. Er sei bundesweit der erste, der unter breiter Mitwirkung der Bürger entstanden sei, sagt die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) im Gespräch mit dpa-Mitarbeiterin Birgit Reichert.

Frau Höfken, warum ist der Nationalpark so wichtig?

Der Nationalpark ist notwendig, um der Natur in Rheinland-Pfalz vor dem Hintergrund des weltweiten Artensterbens eine Entwicklungschance zu geben. Zudem ist dieser Nationalpark für die strukturschwache, ländliche Hunsrück-Hochwald-Region eine Chance zur Entwicklung. Nationalparks gibt es nur wenige, sie sind ein weltweit geltendes Alleinstellungsmerkmal für eine Region.

Die Natur soll sich dort ja nach und nach selbst überlassen werden. Wie wird der Nationalpark Ihrer Ansicht nach in 50 Jahren aussehen?

Hier wird eine Landschaft ursprünglicher Wildnis entstehen. Das ist nicht nur gut für die Natur, sondern auch für die Menschen, die sich Umfragen zufolge nach Wildnis sehnen. Langfristig werden voraussichtlich die Buchenwälder das Gebiet dominieren. Das Spannende ist, dass dieser Entwicklungsprozess weitgehend der Natur überlassen bleibt und wir nicht voraussagen können, wie das genau aussehen wird.

Unter Wildkatzen, Mooren und Co: Was finden Sie persönlich im Nationalpark bei Flora und Fauna am spannendsten?

Einmalig ist der Wechsel zwischen trocken-warmen Felspartien und feucht-kühlen Mooren im Hochwald. Diese Naturschätze sind eingebettet in große, zusammenhängende und zum Teil auch sehr alte Buchenwälder. Hier finden so störungsempfindliche Arten wie der Schwarzstorch und die Wildkatze die Rückzugsräume, die sie zum Leben brauchen. Dass die Felsformationen auf den Höhenzügen des Hunsrück ein guter Rückzugsraum sind, wussten schon die Kelten, die dort ihre Befestigungsanlagen errichteten.