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Grundschullehrer unzufrieden mit den Verbal-Zeugnissen

Mainz. Eine überwiegende Mehrheit der rheinland-pfälzischen Grundschullehrer würde auf die 2009 vom Land eingeführten ausführlichen Verbalzeugnisse gerne wieder verzichten. Vorläufigen Zahlen einer Umfrage des Lehrerverbandes Bildung und Erziehung (VBE) zufolge halten nur knapp fünf Prozent die derzeitige Zeugnisform für optimal

Mainz. Eine überwiegende Mehrheit der rheinland-pfälzischen Grundschullehrer würde auf die 2009 vom Land eingeführten ausführlichen Verbalzeugnisse gerne wieder verzichten. Vorläufigen Zahlen einer Umfrage des Lehrerverbandes Bildung und Erziehung (VBE) zufolge halten nur knapp fünf Prozent die derzeitige Zeugnisform für optimal. Knapp 60 Prozent der Umfrage-Teilnehmer sprachen sich im Gegensatz dazu für Zeugnisse im Ankreuzverfahren aus, wie die Zeitschrift des VBE-Landesverbands in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet. 16 Prozent würden als Ersatz für ein ausführliches Verbalzeugnis ein Lehrer-Eltern-Gespräch befürworten.Der VBE hatte in seiner Anfrage an alle Schulen um Rückmeldung gebeten, welche Zeugnisform aussagekräftig, verständlich und mit vertretbarem Zeitaufwand zu erstellen wäre. Bis Ende Dezember hatten mehr als 2100 Lehrer aus 255 Grundschulen die Fragebögen zurückgeschickt.

Die Umfrage zeige keinesfalls, dass die Lehrer eine individuelle Beurteilung ihrer Schüler ablehnten, versicherte der VBE-Landesvorsitzende Johannes Müller. Auch gebe es praktisch niemand, der noch zu den früher verwendeten Zeugnissen zurückkehren wolle, in denen Noten ohne weitere Erläuterung vergeben wurden. Es dürfe aber keine individuelle Beurteilungen "um jeden Preis" geben, sagte er: "Zurzeit sitzt man an jedem Zeugnis zwei bis drei Stunden."

Die rheinland-pfälzischen Vorgaben erfordern, im Zeugnis bei Grundschülern Lernerfolge und Defizite darzustellen. So umfasst die Beurteilung im Fach Deutsch individuelle Aussagen zur Rechtschreibung, zum Umgang mit Texten und Medien, zur Qualität selbst verfasster Texte. epd