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Gleiches Geld für alle Lehrer

Mainz. Lehrer aller Schularten sollten nach einer Forderung des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) sowohl bei der Ausbildungsdauer als auch bei der Bezahlung gleichgestellt werden. "Die Hierarchie unter den Lehrergruppen ist von gestern und passt nicht mehr in unsere Zeit", sagte der rheinland-pfälzische VBE-Vorsitzende Johannes Müller am Freitag in Mainz

Mainz. Lehrer aller Schularten sollten nach einer Forderung des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) sowohl bei der Ausbildungsdauer als auch bei der Bezahlung gleichgestellt werden. "Die Hierarchie unter den Lehrergruppen ist von gestern und passt nicht mehr in unsere Zeit", sagte der rheinland-pfälzische VBE-Vorsitzende Johannes Müller am Freitag in Mainz. Zudem bezahle kein anderes westdeutsches Land seine Lehrer so schlecht wie Rheinland-Pfalz. Die Landesregierung benutze die Föderalismusreform wie keine andere, bei den Lehrern massiv zu sparen, um damit ihre bildungspolitischen Vorhaben zu finanzieren, sagte Müller. Das Bildungsministerium wies diese Kritik zurück: Der Verband lasse wichtige Faktoren unberücksichtigt, die bei der Attraktivität der Beamtenbesoldung eine Rolle spielten, sagte Ministeriumssprecher Wolf-Jürgen Karle in Mainz. So fielen etwa Unterschiede bei der Wochenarbeitszeit bei der Berechnung unter den Tisch. Nach den Vorstellungen des VBE sollte die Lehrerausbildung für alle Schularten zehn Semester dauern. Mit unterschiedlich zusammengesetzten Modulen würden die Lehrer dabei für den Unterricht in den einzelnen Schularten vorbereitet. Dabei sollte die "Grundausbildung" für alle Studenten möglichst gleich sein, fordert der Verband. Dies würde es auch einfacher machen, während der Berufskarriere zwischen den Schularten zu wechseln. Bislang seien vor allem Grundschullehrer und Quereinsteiger finanziell benachteiligt und hätten teils erheblich geringere Verdienste als andere Lehrerkollegen. Hier forderte der VBE "mehr Gerechtigkeit". Es gebe beispielsweise keinen Grund, die Arbeit einer Grundschullehrerin als weniger anspruchsvoll zu betrachten als die eines Physiklehrers am Gymnasium. Die falsche Botschaft der Politik laute hier "Kleine Kinder - Kleines Geld". Wegen der vergleichsweise schlechten Bezahlung von Lehrern in Rheinland-Pfalz - gerade im Vergleich zu den umliegenden Bundesländern - nehme die Gefahr weiter zu, dass gutes Personal abwandere, sagte Müller.FDP gegen "Einheitslehrer" Die oppositionelle FDP-Landtagsfraktion in Mainz teilte diese Kritik. Der Lehrerberuf in Rheinland-Pfalz leide im bundesweiten Ländervergleich unter "schwindender Attraktivität", sagte die bildungspolitische Sprecherin Nicole Morsblech laut Mitteilung. Der VBE-Forderung nach einem "Einheitslehrer" erteile die FDP dagegen eine klare Absage. Besonders für Grundschulen und Gymnasien sei eine schulartspezifische Ausbildung wichtig. Umgerechnet auf die Arbeitsstunde rangierten die Beamten in Rheinland-Pfalz mit ihren Bezügen bundesweit weit vorne, sagte der Sprecher des Bildungsministeriums. "Von einer Benachteiligung der Beamten im Land und damit auch der Lehrkräfte kann also überhaupt keine Rede sein." Beamte in Rheinland-Pfalz müssten 40Stunden arbeiten, in anderen 42. Zudem gebe es gut ausgestaltete Sonderzahlungen oder die insbesondere von Lehrern intensiv genutzten Sabbatjahr- und Altersteilzeit-Regelungen. dpa