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Gewerkschaft will mehr feste Lehrerstellen

Mainz. Zu wenig Lehrer, zu große Klassen und schlechte Bezahlung in Rheinland-Pfalz bemängelt die Gewerkschaft. Die Bildungsministerin hält das für „überzogene Pauschalkritik“ und verweist auf Neueinstellungen. Agentur

Zum Start der Sommerferien ist in Rheinland-Pfalz der Streit über feste Stellen und Vertretungslehrer voll entbrannt. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) verlangte von der rot-gelb-grünen Landesregierung mehr Lehrer an Grund-, Förder- und Berufsschulen. Mehr Planstellen, die schnell auch während des laufenden Schuljahres besetzt werden können, könnten verhindern, dass ausgebildete Lehrer in Nachbarländer abwandern, sagte GEW-Vorsitzender Klaus Peter Hammer am Freitag in Mainz . Um mehr Bewerber für freie Stellen an Grundschulen zu bekommen, müsse die Bezahlung verbessert werden, so Hammer.

Wegen des Lehrermangels wird die vorgeschriebene Klassengröße von 24 Schülern an Grundschulen laut Gewerkschaft oft überschritten.

Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD ) hält die Forderungen der Gewerkschaft für "überzogen". "Wir haben die beste Unterrichtsversorgung seit Jahren und Jahrzehnten, 1000 Beamtenstellen für den Vertretungsunterricht im nächsten Schuljahr, wieder weit mehr als 1000 Neueinstellungen und 270 zusätzliche Lehrerstellen", teilte Hubig mit. Rheinland-Pfalz sei eines der Bundesländer mit den kleinsten Grundschulklassen. Im Schnitt besuchten 18,4 Kinder eine Klasse. "Überzogene Pauschalkritik hilft niemandem weiter."



Die Gymnasiallehrer verlangten an Gymnasien mehr Planstellen für feste Lehrkräfte. Der Vertretungspool, mit dem auf Basis einer Planstelle flexibel auf Unterrichtsausfall reagiert werden könne, sei sinnvoll, teilte die Vorsitzende des Philologenverbands Rheinland-Pfalz, Cornelia Schwartz, mit. "Auch wenn auf Drängen des Philologenverbandes mittlerweile statt der ursprünglich geplanten 22 nun 49 Planstellen eingerichtet werden, reicht dies für die 150 Gymnasien des Landes bei weitem nicht aus."

Nach Angaben des Mainzer Bildungsministeriums waren Ende September 2015 rund sieben Prozent der knapp 40 000 Lehrer befristet beschäftigt. Die Zahl der Stellen im Vertretungspool soll im kommenden Schuljahr von 800 auf 1000 Stellen steigen.