| 23:22 Uhr

Gericht erlaubt Hochmoselübergang

Koblenz. Der geplante Hochmoselübergang bei Zeltingen-Rachtig an der Mittelmosel ist mit dem deutschen und europäischen Naturschutzrecht vereinbar. Das hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) Rheinland-Pfalz nach Mitteilung vom Mittwoch entschieden. Damit wurde eine Klage vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) abgewiesen

Koblenz. Der geplante Hochmoselübergang bei Zeltingen-Rachtig an der Mittelmosel ist mit dem deutschen und europäischen Naturschutzrecht vereinbar. Das hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) Rheinland-Pfalz nach Mitteilung vom Mittwoch entschieden. Damit wurde eine Klage vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) abgewiesen. Dieser hatten gegen den ergänzten Planfeststellungsbeschluss zum Hochmoselübergang geklagt, weil er seiner Ansicht nach nicht mit europäischem und deutschem Artenschutzrecht vereinbar ist. Eine Revision zum Bundesverwaltungsgericht wurde nicht zugelassen (Az.: 8 C 11523/06.OVG). Nach Ansicht der OVG-Richter werden Vögel-, Fledermaus- und Pflanzenarten beim Bau der rund 160 Meter hohe Brücke wegen vorgesehener Ausgleichsmaßnahmen nicht beeinträchtigt. So hat das Land Rheinland-Pfalz zusätzlich ein Paket für rund 14 Millionen Euro geschnürt, das Maßnahmen für bedrohte Spechtarten im Voglschutzgebiet und Querungshilfen für gefährdete Fledermausarten umfasst. "Die Arten und Biotope würden bei der Verwirklichung der Straße in einem günstigen Erhaltungszustand verbleiben", hieß es in der Begründung. Der seit Jahren diskutierte Hochmoselübergang gilt als eines der größten Brückenbauprojekte Deutschlands. Die rund 1,7 Kilometer lange Brücke soll Teil der neuen Bundesstraße 50 werden, die das Autobahnkreuz Wittlich mit der Hunsrückhöhenstraße verbinden soll. Die Kosten der Brücke werden mit bis zu 90 Millionen Euro veranschlagt. Die neue B50 soll den belgischen und niederländischen Raum mit dem Rhein-Main-Gebiet verbinden. Das OVG hatte 2003 einer Klage der Naturschützer gegen den Planfeststellungsbeschluss teilweise stattgegeben. Die Richter stellten damals fest, dass das Vorhaben gegen die europäische Vogelschutzrichtlinie verstoße. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wies eine Revision des Landes ab. dpa