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Umwelt
Flieger lässt 30 Tonnen Kerosin über der Pfalz ab

 Verkehrsminister Wissing (FDP) versteht die Sorgen der Bürger über den ständigen Kerosin-Regen.
Verkehrsminister Wissing (FDP) versteht die Sorgen der Bürger über den ständigen Kerosin-Regen. FOTO: dpa / Arne Dedert
kaiserslautern/frankfurt . Schon wieder hat ein Flieger über der Region Treibstoff abgelassen. Die Beruhigungspille des Umweltbundesamts wirkt nicht bei jedem. Von Rolf Seydewitz

(sey/red) Schon wieder ist über der Region ein Kerosin-Regen niedergegangen. Wie eine Sprecherin der Deutschen Flugsicherung am Montag auf Anfrage unserer Zeitungsgruppe bestätigte, ließ der Pilot einer in Frankfurt in Richtung New York gestarteten Lufthansa-Frachtmaschine am vergangenen Freitag kurz nach dem Start 30 Tonnen Kerosin über der Pfalz ab, um wieder sicher in Frankfurt landen zu können. Als Grund sei ein technisches Problem genannt worden, so die Sprecherin, allerdings kein Notfall.

Dieser Kerosin-Regen ist bereits der sechste entsprechende Vorfall seit September. Drei Mal war dabei rheinland-pfälzisches Gebiet betroffen. Die Deutsche Flugsicherung spricht von einer zufälligen Häufung.

Nach Einschätzung des Umweltbundesamts sind die Kerosinablässe für Menschen und Umwelt unkritisch. „Nach derzeitigem Wissensstand“ gebe es „keine kritischen Umweltauswirkungen von Treibstoffschnellablässen auf Boden, Grundwasser, Luft und menschliche Gesundheit“, behauptet eine Studie, die im Mai veröffentlicht wurde. Allerdings sollten die Fuel dumpings nicht immer über denselben Gebieten erfolgen, so die Empfehlung des Umweltbundesamts.



Ein frommer Wunsch: Von den laut Luftfahrtbundesamt in diesem Jahr gemeldeten 19 Vorfällen war allein sieben Mal rheinland-pfälzisches Gebiet betroffen. Der Mainzer Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) hatte deshalb erst Mitte September mehr Informationen zu solchen Fällen gefordert. Noch immer stehe eine „aktive Unterrichtung“ der betroffenen Länder durch den Bund aus, sagte Wissing im Landtag. Er könne verstehen, dass Bürger das Gefühl hätten, dass bestimmte Gebiete verstärkt für Notablässe genutzt würden.

Die Kaiserslauterer Bürgerinitiative gegen Fluglärm, Bodenlärm und Umweltverschmutzung kommentierte den jüngsten Vorfall wenig freundlich: Die Umweltvergiftung und Körperverletzung an wehrlosen Menschen sei kosten- und straffrei. Dafür sorge weiterhin die beste Politik, die man für Geld kaufen könne.